Affäre Uni Zürich: «Noch nie so etwas erlebt»

FDP-Kantonsrat Hans-Peter Portmann hat als Präsident der Aufsichtskommission über die Universität Zürich schon einige Turbulenzen an der Hochschule erlebt. Dass die Affäre um SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Professor an der Uni nun aber eine solche Dimension erreicht, hat auch ihn überrascht.

Was zu Beginn ein Arbeitskonflikt war, hat sich wegen vielen Nebengleisen zu einem Flächenbrand entwickelt. So versucht Hans-Peter Portmann als «Regionaljournal Wochengast» von Radio SRF die Dynamik zu erklären, welche die Affäre rund um die Entlassung von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Leiter des Medizinhistorischen Museums erhalten hat. Diese gipfelte im sofortigen Rücktritt von Uni-Rektor Andreas Fischer am vergangenen Mittwochabend.

Uni unter Druck?

Als Präsident der Aufsichtskommission im Zürcher Kantonsparlament stellen sich für Portmann viele Fragen. Dazu gehört etwa, ob man die offenen Fragen rund um die Indiskretionen zu Mörgelis Arbeit als Kurator und seiner anschliessenden Kündigung auch ohne Nebengeräusche hätte klären können. Ob die Universität Zürich zunehmend unter Druck geraten ist, wollte der FDP-Kantonsrat aber nicht kommentieren.

Aufsichtskommission kann Untersuchung einleiten

Am Donnerstag wird die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit unter der Leitung von Hans-Peter Portmann entscheiden, ob sie selbst aktiv wird. Vor einem Jahr, nach der Entlassung Mörgelis, hatte sie noch entschieden, dass die Universität selbst erst mal Klarheit in den Fall bringen sollte. Nun schliesst Portmann ein Eingreifen seiner Kommission nicht mehr aus.