«Alle wollen möglichst ihre eigene Meinung prägnant vertreten»

Nach 16 Jahren als National- und als Ständerat zieht der Zürcher Ständerat Felix Gutzwiller (FDP) einen Schlussstrich. Er tritt bei den nächsten Wahlen nicht mehr an. Er bedauert die zunehmende Kompromisslosigkeit in Bundesbern und wehrt sich gegen den Vorwurf, der grösste Lobbyist gewesen zu sein.

Acht Jahre lang sass er für den Kanton Zürich im Nationalrat, acht Jahre lang im Ständerat. Während dieser Zeit habe die Polarisierung im Parlament weiter zugenommen, sagt Felix Gutzwiller als «Regionaljournal»-Wochengast. «Die Kompromisskultur, die das Land fünfzig, sechzig Jahre sehr stabil und stark gemacht hat - damit wird es zunehmend schwierig.»

Heute werde alles dem Grundsatz unterworfen, wie man bei der eigenen Wählerschaft punkten könne, erklärt Gutzwiller die Entwicklung im Berner Politbetrieb. Jeder wolle möglichst seine Meinung prägnant vertreten. «Das ist eine Haltung die dazu führt, Kompromisse schlecht zu finden.»

Als Basler für Zürich akzeptiert

Im Rückblick auf seine Verdienste im Bundesparlament ist Gutzwiller sicher, die Rolle Zürichs als Wirtschaftsmotor gestärkt zu haben. Gegen den Vorwurf, er sei der grösste Lobbyist gewesen, vor allem für die Pharma-Industrie, wehrt er sich: «Der Vorwurf ist unfair.» Viele seiner Mandate habe er ehrenamtlich übernommen.

Dass er als Basler den Kanton Zürich vertreten habe, sei hingegen nie ein Problem gewesen. «Umgekehrt hätte es wohl nicht geklappt». Ein Zürcher in Basel hätte es schwerer gehabt.

(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)