Als Angestellte im Gefängnis kriminell geworden

Die Versuchung im Gefängnis Affoltern am Albis war offenbar zu gross. Zwei ehemalige Angestellte müssen sich verantworten wegen Amtsmissbrauchs, Urkundenfälschung, Veruntreuung und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Angeklagten sind geständig.

Ein vergittertes Fenster eines Gefängnisses.

Bildlegende: Zwei ehemalige Angestellte des Gefängnisses Affoltern am Albis kommen vor Gericht. Keystone

Eine 29-jährige Aufseherin ist im Juli 2014 aufgeflogen. Sie soll auf Bestellung von Insassen regelmässig Marihuana und Kokain ins Gefängnis geschmuggelt haben. Dazu hatte hin und wieder einer der Insassen Lust auf Fastfood. Auch dies hat die Aufseherin geliefert.

Im Laufe der Ermittlungen flog ein weiterer Angstellter auf. Dieser hatte regelmässig Bargeld aus der Kasse des Gefängnisses genommen und in die eigene Tasche gesteckt. Insgesamt hat der 47-jährige Mann 47'000 Franken veruntreut. Die beiden Fälle haben aber nichts miteinander zu tun.

Die Angeklagten sind geständig

Beide Angestellte wurden im Juli fristlos entlassen. Nun müssen sie sich wegen Amtsmissbrauchs, Urkundenfälschung, Veruntreuung und Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten. «Beide Angeklagten sind geständig», sagte die zuständige Staatswanwältin Claudia Wiederkehr gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Falls es zu einer Verurteilung kommt, müssen sie mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe rechnen.

Gefängnisleiter bleibt vorläufig suspendiert

Nachdem die Delikte der beiden Angestellten bekannt geworden sind, wurde auch der Gefängnisleiter suspendiert. Hinweise auf strafbare Handlungen wurden keine gefunden. Ob aber die Angelegenheit für ihn doch noch Folgen hat, ist noch offen. Zurzeit laufen interne Abklärungen, heisst es beim Amt für Justizvollzug.