Amokalarm Toni-Areal: «Möglicherweise unabsichtlich ausgelöst»

Die Zürcher Stadtpolizei hat den Auslöser des Amokalarms ermittelt: Sie nimmt im Moment aber an, dass der Alarm möglicherweise unabsichtlich ausgelöst wurde. Wegen der Drohung war die Polizei am Donnerstagvormittag mit einem Grossaufgebot auf den Hochschulcampus im Toni-Areal in Zürich ausgerückt.

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Grosseinsatz nach Amokalarm

2:33 min, aus Schweiz aktuell vom 4.12.2014

Hunderte von Polizisten und Mitarbeiter von Schutz und Rettung waren am Donnerstagmorgen ausgerückt, weil beim Hochschulcampus auf dem Toni-Areal in Zürich eine Amokmeldung eingegangen war. Gleichzeitig wurde die Stadtpolizei über die Notrufnummer 117 alarmiert. Kurz vor Mittag konnte die Polizei Entwarnung geben. Die über 5000 Studierenden durften nach über drei Stunden die Gebäude verlassen.

Falsch verbunden?

Am Donnerstagnachmittag hatte die Polizei den Anrufer oder die Anruferin bereits ermittelt. Wie sie in ihrer Mitteilung schreibt, sei der Amokalarm durch das Wählen einer speziell dafür installierten Telefonnummer ausgelöst worden. «Möglicherweise unbeabsichtigt.» Die Abklärungen dazu seien immer noch im Gang. Bereits in den Wochen zuvor war im Hochschulcampus zwei Mal Alarm ausgelöst worden, was sich ebenfalls als versehentlich ausgelöste Fehlalarme herausgestellt hatte.

Als Sofortmassnahme haben die betroffenen Hochschulen ZHAW und ZHDK die betreffende Nummer stillgelegt.

1400 Räume mussten durchsucht werden

Am Donnerstagvormittag waren innert weniger Minuten über 100 Polizisten und Mitarbeiter von Schutz & Rettung vor Ort. Die Studierenden erhielten per Lautsprecher und Twitter Anweisung, sich in den Räumen einzuschliessen. Spezialisten der Stadtpolizei und Einsatzkräfte der Einheit «Skorpion» sicherten das mehrstöckige Gebäude mit rund 1400 Räumen. Kurz vor Mittag konnte die Polizei dann Entwarnung geben. Die Studierenden konnten die Räume verlassen und nach Hause gehen. Der Unterricht wird nicht fortgesetzt.

Twitter als Beruhigungsmittel

Die Stadtpolizei Zürich begleitete zum ersten Mal einen ihrer Einsätze live auf Twitter. Das habe sich angeboten, erklärt Sprecher Marco Cortesi. Viele Studierende und Dozenten seien auf Twitter aktiv und hätten am Donnerstagmorgen via Twitter mit der Polizei Kontakt aufgenommen. «Es war ein zusätzliches Mittel, das die Leute beruhigt hat.»