Anti-Folterkommission: «U-Haft im Kanton Zürich ist zu streng»

Untersuchungshäftlinge im Kanton Zürich sind unter unverhältnismässig strengen Bedingungen inhaftiert. Das stellt die nationale Kommission zur Verhütung von Folter fest.

Vergittertes Fenster des Zürcher Untersuchungsgefängnisses.

Bildlegende: In der Kritik der Anti-Folterkommission: Das Zürcher Untersuchungsgefängnis. Archivbild: Keystone

Bis zu 23 Stunden in der Einzelzelle, kaum Kontakt zu anderen Menschen: Die strengen Haftbedingungen in den Zürcher Gefängnissen, dazu gehört auch das Untersuchungsgefängnis in der Stadt Zürich, liessen sich nicht rechtfertigen, erklärt der Berner Strafrechtsprofessor Urs Künzli gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Künzli untersuchte die Haftbedingungen schweizweit. Anfang Jahr veröffentlichte die Anti-Folterkommission seinen Bericht. Laut NZZ fordert die Kommission deshalb einen Systemwechsel.

Zürcher Justizbehörden wollen mit den Eltern reden

Künzli betont aber: Seine Kritik habe nichts mit dem Fall Flaach zu tun. Die 27-jährige Frau aus Flaach, die am 1.Januar ihre beiden Kinder getötet haben soll, hat sich am Freitag in ihrer Zelle erhängt. Die Eltern der Frau haben am Wochenende den Behörden vorgeworfen, dass sie den Suizid hätten verhindern können, wenn sie ihre Tochter besser betreut hätten. Die Behörden haben dies in einer ersten Stellungnahme dementiert.

Seitens des Regierungsrats hiess es am Montag aber in einer Mitteilung, man werde den Fall intern vertieft abklären. Die Ergebnisse wolle man dann zuerst mit den Eltern der Frau besprechen und dann erst wieder an die Medien gelangen.