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Auf dem Bock Walter Hotz (SVP) neuer Präsident des Schaffhauser Kantonsrats

Er gilt als der grösste Regierungskritiker. Nun wählte das Schaffhauser Parlament den 70-jährigen SVP-Haudegen Walter Hotz mit 43 von 57 Stimmen zum Präsidenten.

Legende: Audio Interview mit Walter Hotz (12.12.2017) abspielen. Laufzeit 4:14 Minuten.
4:14 min, aus Regi ZH SH vom 11.12.2017.

SRF: Herr Hotz, was bedeutet Ihnen eigentlich das neue Amt als Kantonsratspräsident?

Walter Hotz: Es ist natürlich vor allem eine Freude. Seit 2012 bin ich im Kantonsrat. Und jetzt nach so kurzer Zeit schon das Präsidium zu übernehmen, erfüllt mich mit Stolz. Das muss ich ehrlich sagen.

Sie haben aber auch durchblicken lassen, dass Sie das Amt nicht gesucht haben, dass es eher für eine Person mit politischen Ambitionen sei. Die haben Sie nicht mehr?

Nein. Ich will nicht nach Bern und auch nicht in den Regierungsrat (lacht). Dafür bin ich zu alt. Ich hätte es begrüsst, wenn ein jüngeres SVP-Mitglied das Amt als Kantonsratspräsident übernommen hätte, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Aber ich mache es gerne.

Sie haben sich geopfert?

Das wäre dann doch übertrieben. Ich hätte mich schon zu wehren gewusst.

Sie gelten als der grösste Regierungskritiker im Schaffhauser Kantonsrat. Nun haben Sie für das nächste Jahr eine komplett andere Rolle.

Dessen bin ich mir bewusst. Aber die Regierung muss keine Angst haben. Ich werde mich um ein gutes Verhältnis zur ihr bemühen.

Zumal Sie für ein Jahr gewissermassen ruhiggestellt sind.

Nun, ich könnte mich schon auch in die Debatten des Rats einbringen, müsste dann aber natürlich vom Bock steigen. Es sind ja auch noch zwei Interpellationen von mir hängig. Da schauen wir mal, wir das bearbeiten. Ein Wunsch von mir wäre aber schon, dass die Schaffhauser Regierung etwas mehr Transparenz zeigt und mehr kommuniziert mit dem Kantonsrat. Im Moment sind die Fronten hier verhärtet.

Da können Sie vermitteln?

Ich denke schon. Ich weiss, wie man mit Leuten umgeht, und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.

Dennoch gelten Sie irgendwie auch als politisches «Enfant terrible». Wie kam es denn eigentlich zu Ihrer stets sehr kritischen Haltung gegenüber der Regierung?

Es ist Teil unserer Aufgabe. Als Kantonsräte sind wir zuständig für die Oberaufsicht über die Regierung und die Verwaltung. Die Regierung musste sich halt ein bisschen daran gewöhnen, dass im Saal Leute wie ich sitzen, welche diese Aufgabe auch wahrnehmen.

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