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Zürich Schaffhausen Auf dem Gipfel ist nicht mehr alles erlaubt

Eine erste Version des Gestaltungsplans wies der Regierungsrat vor zwei Jahren zurück, nun stellt die Baudirektion des Kantons Zürich eine neue Variante vor: Sie schenkt dem umtriebigen Üetliberg-Wirt Giusep Fry einige Freiheiten, überbordende Aktivitäten sind allerdings nicht gestattet.

Üetliberg im Nebel
Legende: Bis jetzt war eher nebulös, was genau auf dem Üetliberg erlaubt ist. Der Gestaltungsplan bringt Licht ins Dunkel. Keystone

Gegen den neuen Gestaltungsplan für den Üetliberg, den die Zürcher Baudirektion 2012 präsentierte, liefen verschiedene Naturschutzgruppierungen Sturm: Sie monierten zum Beispiel, dass der Gestaltungsplan in nicht tolerierbarer Weise in die Landschaft eingreife, die sich im Bundesamt für schützenswerte Landschaften befinde.

Überraschend gab ihnen der Zürcher Regierungsrat 2013 Recht. Die Baudirektion musste noch einmal über die Bücher.

Folgende Aktivitäten sind eingeschränkt:

  • Helikopterflüge sind verboten. Bis jetzt waren zwölf pro Jahr erlaubt.
  • Autofahrten werden eingeschränkt auf 4000 Fahrten pro Jahr.
  • Pro Jahr sind vier Events erlaubt, sie dürfen je drei Wochen lang dauern. Zwischen den Veranstaltungen muss eine einmonatige Pause eingehalten werden.
  • Geschlossene Veranstaltungen im Aussenbereich, zum Beispiel Hochzeiten, sind an zehn Tagen im Jahr erlaubt.

Das ist gestattet:

  • Für den Aussichtsturm auf dem Üetliberg darf Giusep Fry eine Gebühr verlangen. Aktuell beträgt diese zwei Franken.
  • Auch für das öffentliche WC auf dem Uto Kulm darf der Wirt einen Obolus fordern.
  • Ein Kiosk auf der Fläche von 36 m2 ist neu wieder erlaubt.

Fry: Unter dem Strich zufrieden

Grundsätzlich ist Giusep Fry mit dem neuen Gestaltungsplan einverstanden. Er gebe Rechtssicherheit in vielen Punkten, heisst es in einem Schreiben. In einzelnen Punkten hat er Einwände, so möchte er die Regelung der Events und die Anzahl der Autofahrten noch einmal mit dem Kanton diskutieren. Nebst dem Uto Kulm gebe es auch andere Restaurationsbetriebe, welche beliefert würden, sagt Hotel-Sprecher Clemens Schuster. Eine Unterscheidung dürfte schwierig sein.

Pro Üetliberg: Überhaupt nicht einverstanden

«Der Gestaltungsplan ist eine Frechheit», sagt hingegen Hannes Zürrer, Vizepräsident des Vereins «Pro Üetliberg». Er sei nicht besser als der erste Entwurf und berücksichtige allein die Interessen von Giusep Fry. Die Events, so Zürrer, verstellten einen Teil des Üetliberg-Gipfels fast einen Viertel des Jahres. Das will der Verein nicht hinnehmen und deshalb den Gestaltungsplan mit allen Mitteln bekämpfen.

Der Gestaltungsplan liegt bis am 18. Januar öffentlich auf.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Suter (Rolf_Suter)
    Früher konnte man auf den Uetliberg, gratis auf den Tum, was trinken und auf die Toilette und zwar ohne richterlichen Beschluss. Es dünkt mich, dass dieser Verein "Pro Uetliberg" einem das alles verderben will. Am liebsten wäre ihnen wohl die erholungssuchenden Städter bleiben zu Hause. Welche Interessen hat dieser Verein?
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    1. Antwort von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
      ...ähm moment, der Verein bekämpft ja gerade die Bezahlungspflicht von Turmbesteigung und Toilettenbesuch oder habe ich da was falsch verstanden?
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    2. Antwort von Rolf Suter (Rolf_Suter)
      @Baltensperger. Ja, das haben Sie vermutlich falsch verstanden. Der Verein bekämpft Fry. Der Turm und die WC gehören Fry. Er musste wegen dem Verein den Kiosk abbrechen - den er jetzt wieder bauen darf. Es ist blauäugig zu glauben, dass jemand seine Infrastruktur zur Verfügung stellt, wenn man ihm die Einkommensquelle nimmt, oder? Glauben Sie, der Verein habe das nicht gewusst? Eben: Welche Interessen - ausser Fry zu bekämpfen - vertritt der Verein?
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