Auf Spatzenpirsch mit dem Wildhüter

Es gibt immer weniger Spatzen in Zürich: Vierzig Prozent weniger - das sagt der städtische Wildhüter This Schenkel. In anderen Städten ist die Bilanz ähnlich. Nun sollen Massnahmen helfen, dem Spatz wieder mehr Raum in der Stadt zu geben.

Spatzen planschen in einem Wasserbecken.

Bildlegende: So wohl ists ihm nur noch selten: Der Spatz wird aus der Stadt verdrängt. Keystone

Schuld am Spatzenschwund sind zum einen die Gebüschsorten: In Buchsbaum und Eibe fühlt sich der Spatz wohl, aber der Kirschlorbeer ist ihm nicht geheuer. Denn das Gewächs ist nicht einheimisch und stammt aus Kleinasien. «Damit können weder Insekten noch andere Tiere etwas damit anfangen», sagt Wildhüter This Schenkel gegenüber Radio SRF. Fehlen die Gebüsche ganz, kann sich der Spatz weder vor Feinden verstecken noch in Ruhe nisten. Und mangelnde oder falsche Büsche sind ein Grund für das Verschwinden des braunen Vogels.

Zum anderen wird dem Spatz die Sauberkeit zum Verhängnis: Er benötigt alte Hausfassaden, in denen er Nistplätze oder Insekten findet. Da in der Stadt aber zahlreiche Häuser renoviert und aufgewertet werden, findet er keine Unterkunft mehr. Der Wildhüter This Schenkel arbeitet nun daran, den Spatz in die Stadt zurück zu holen, etwa, indem er Nistplätze im Zürcher Hauptbahnhof aufhängt. Denn dort fühlt sich der Spatz wohl – aber ohne Nistplätze an den richtigen Stellen landen allerdings alle seine Geschäfte auf den Köpfen der Reisenden.