Auf Wunsch auch mal ein Sauerkraut sein

Zum 15. Mal trifft sich in Zürich die Crème de la Crème der Theatersportszene. Bei dieser Kunstform treten auf der Bühne verschiedene Mannschaften gegeneinander an. Das Publikum im Saal bestimmt nicht nur was gespielt wird, es wählt auch ganz demokratisch ein Siegerteam.

Ein Mann hält eine Frau in den Armen.

Bildlegende: Theatersport verlangt ein gerüttelt Mass an Improvisationsgabe: Impression vom letztjährigen Festival. Simon Scheller

«5,4,3,2,1..» – so wird jede Szene angezählt, und auf Kommando legen die Spieler auf der Bühne los. Wünscht das Publikum eine traditionelle Sushi-Szene auf Japanisch? Kein Problem für das Duo «Rocket Sugar Factory». Die beiden Spieler könnten wahrscheinlich auch einen Topf Sauerkraut spielen oder eine Hochgebirgstour auf Französisch. Am internationalen Theatersportfestival im Zürcher Kaufleuten dominieren sie nicht nur das Spiel, sie werden vom Publikum auch ganz klar zum Sieger des Abends gewählt.

Der Theatersport erlebte vor etwa zehn Jahren einen richtigen Boom. Überall entstanden Mannschaften und Festivals. Unterdessen hat sich die Szene auf einem konstanten Niveau eingependelt, sagt Bettina Wyer vom Eidgenössischen Improvisationstheater Zürich (EIT). Die vierköpfige Gruppe organisiert das internationale Festival im Zürcher Kaufleuten und tritt als einzige Laiengruppe gegen die Profis aus aller Welt an. «Das Faszinierende für das Publikum ist, dass es so eine lebendige Theaterform ist», so Bettina Wyer. «Man lacht viel und geht beschwingt aus dem Theater.» Und besonders beschwingend ist es, wenn Frau Freudenschuss am Keyboard sitzt. Die Musikerin aus Hamburg trifft garantiert zu jeder Szene den passenden Sound!