Aus dem Theater Winterthur ein «neues Wahrzeichen» machen

Das Theater Winterthur abbrechen und ersetzen mit einem Kongresszentrum, mit zwei Theatersälen, 12 Kongressräumen, Mietwohnungen und einem Hotel mit 125 Zimmern. So sieht die Vision der Winterthurer Wirtschafts- und Tourismus-Organisationen aus. Nur: Es gibt noch einige Hindernisse zu überwinden.

Das Theater Winterthur, dahinter ein roter Turm, davor weht eine blaue Fahne

Bildlegende: Muss das Theater Winterthur nun doch bald einem Kongresszentrum weichen? Die Standortförderung findet: Ja! Keystone

Der Aufschrei war gross in der Kulturszene von Winterthur, als die Idee erstmals aufkam, das Theater durch ein Kongresszentrum zu ersetzen. Wirtschaft und Tourismus waren jedoch begeistert und haben in den letzten Monaten ein Projekt ausgearbeitet.

Es soll ein «Leuchturm» für Winterthur werden, ein «neues Wahrzeichen», ähnlich wie das KKL für Luzern, findet Beat Schwab von der Winterthurer Handelskammer. Und: Das Herzstück soll weiterhin das Theater sein mit einem grossen Saal für 800 Personen und einem kleinen für rund 400 Personen.

Daneben stellen sich die Verbände einen Seminarbetrieb mit etwa zwölf Sälen vor, ein Hotel mit rund 125 Zimmern sowie Mietwohnungen im mittleren Preissegment. Die Investitionskosten dürften für ein Projekt dieser Grösse rund 130 Millionen Franken betragen. «Wir sind überzeugt, dass wir Investoren finden», sagt Beat Schwab.

Probleme mit der Denkmalpflege

Grosser Knackpunkt am neuen Projekt: Es sieht vor, das denkmalgeschützte Theatergebäude beim Stadtgarten aus den 1970er-Jahren abzureissen. «Sicher gibt es noch einige juristische Hürden zu überwinden», sagt Schwab dazu.

Der Winterthurer Stadtrat steht dem Projekt wohlwollend gegenüber, will sich aber vor Ende Jahr noch nicht auf eine definitive Position festlegen. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) meint: «Idealerweise würde ein privater Investor dieses Projekt an die Hand nehmen. Das würde uns finanziell sicher entlasten.» Die Stadt würde allenfalls den Boden im Baurcht abgeben.