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Aus für Lehrwerkstätte Das Schneiderinnen-Atelier des Kantons Zürich schliesst

Nun ist es definitiv: Für die Schneiderinnen in Winterthur gibt es keine Zukunft. Der kantonale Lehrbetrieb schliesst.

Seit bald hundert Jahren bildet die Berufsfachschule Winterthur in einem Atelier Schneiderinnen aus. Tausende Lehrlinge haben dort ihre Ausbildung absolviert. In zwei Jahren endet diese lange Tradition. Die 45 Lehrstellen für Schneiderinnen verschwinden.

Der Kanton hat im Rahmen des Sparprogramms beschlossen, die beiden Lehrwerkstätten für Schreiner und Schneiderinnen nicht mehr zu finanziell zu unterstützen.

Das bedeutet den Tod für diesen Beruf im Kanton Zürich.
Autor: Babette SiggPräsidentin des Berufsverbandes

Die Suche nach einer Anschlusslösung verlief erfolglos. «Es hätte ein grosses privatwirtschaftliches Engagement gebraucht. Doch niemand wollte dieses Risiko eingehen», sagt Rektor Paul Müller auf Anfrage des «Regionaljournal».

Verschwinden die Schneiderinnen nun ganz aus Zürich?

Klare Worte findet Babette Sigg. Sie ist Präsidentin des kantonalen Gewerbeverbands der Schneiderinnen und Schneider. Dass auf einen Schlag sämtliche 45 Ausbildungsplätze verschwinden, sei ausgesprochen bedauerlich: «Diese Schliessung könnte den Tod für diesen Handwerksberuf im Kanton Zürich bedeuten.»

Auch Sigg hat gemeinsam mit Eltern, Ausbildner und den Lehrlingen selber versucht, eine Lösung zu finden und so die Schliessung zu verhindern. Doch auch sie konnte keinen Geldgeber für das Schneiderinnenatelier finden.

Schreiner sind aus dem Schneider

Derweil ist die andere Lehrwerkstätte gerettet. Eine Genossenschaft übernimmt die Ausbildung der Schreinerinnen und Schreiner im Kanton Zürich zuständig.

Den Entscheid, die beiden Ausbildungsstätten nicht mehr zu finanzieren, traf der Kanton im Rahmen des Sparprogramms. Die Regierung rechnet mit drei Millionen Franken, die sie jedes Jahr weniger ausgibt.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Unglaublich das man wegen 3 Millionen 45 Ausbildungsplätze "wegspart". Aber das ist erst der Anfang, 2020 / 22 beginnt eine Kostenlawine für die Kantone und Gemeinden. Da wird dann den grössten Herzensdenker ein Lichtlein aufgehen, aber dann ist es zu spät.
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