Autoneum: Trotz Mega-Busse brummt das Geschäft

Der Autozulieferer Autoneum hat in der ersten Jahreshälfte 2015 weniger verdient. Der Konzerngewinn brach um rund 58 Prozent auf 17 Millionen Franken ein. Grund dafür ist eine Busse von 31,5 Millionen Franken an das deutsche Kartellamt wegen Preisabsprachen.

Firmenschild Autoneum

Bildlegende: Für Preisabsprachen bestraft: Der Winterthurer Autoneum-Konzern. Keystone

Ohne diese Busse wäre der Gewinn um mehr als einen Fünftel gestiegen. Die Preisabsprachen in Deutschland liegen einige Zeit zurück. Autoneum war damals noch kein eigenständiges Unternehmen, sondern Teil des Rieter-Konzerns.

Wenn Jeans einen Neuwagen isolieren

Ansonsten laufen die Geschäfte gut: Dank hoher Produktivität im europäischen und amerikanischen Markt sowie in China konnte Autoneum seinen Halbjahres-Umsatz um 3,4 Prozent steigern auf über eine Milliarde Franken. Der Winterthurer Firma komme ihre Innovationsfreudigkeit zugute, sagt Sprecherin Anahid Rickmann gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: Dank leichten Autokomponenten und Elementen aus recycliertem Material könne man eine gute Umweltbilanz vorweisen – ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Zum Beispiel stellt Autoneum Auto-Isolation aus recycliertem Jeans-Stoff her.

Trotz negativer Währungseinflüsse rechnet das Management zudem neuerdings mit einem in Schweizer Franken konsolidierten Konzernumsatz über dem Vorjahr – bislang war ein leicht rückläufiger Wert erwartet worden.

Analysten sehen Autoneum in einem positiven Licht: «Die Firma ist grundsätzlich sehr gut unterwegs», findet Fabian Häcki, Analyst bei der Bank Vontobel.

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