Badi Rheinau: überraschende Rettung fünf vor zwölf

Vor zwei Wochen wurde die Schliessung der Badi Rheinau verkündet, nun gibt es neue Hoffnung: Der Verein, der das Hallen- und Freibad retten wollte, hat nun dank Spenden doch noch das nötige Geld zusammengebracht. Der Betrieb der Badi soll für mindestens drei Jahre gesichert sein.

Badegäste in der Badi Rheinau anlässlich einer Demonstration gegen die Schliessung des Bades.

Bildlegende: Die Badi Rheinau scheint gerettet. Die Badegäste wird es freuen. zvg

Noch vor zwei Wochen schien alles vergeblich zu sein: «Schweren Herzens» wie der Verein Badi Rheinau damals mitteilte, habe man die Bemühungen um die Rettung der Badi Rheinau eingestellt, aus Geldmangel. Dieser Entscheid löste nun in den letzten zwei Wochen eine Solidaritätswelle aus. Mehrere Privatpersonen und auch Firmen erklärten sich bereit, den noch fehlenden Betrag von rund 40'000 Franken an das jährliche Betriebsdefizit zu decken. Die Zusage gilt für drei Jahre. In dieser Zeit muss der Verein also beweisen, dass das Bad wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden kann.

Die Chancen, dass die Badi auch nach der Probezeit weiterbetrieben wird, bezeichnet der Verein als intakt. «Wir freuen uns riesig über diesen Durchbruch», sagt Vereinspräsident Andrea Braun. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll nun die Genossenschaft «Aquarina» gegründet, welche das Bad übernehmen wird. Private können Mitglied dieser Genossenschaft werden und Anteilsscheine in der Höhe von 500 Franken zeichnen.

Volksabstimmung nötig

Aber nicht nur Private tragen zur Rettung der Badi Rheinau bei: Auch 15 Weinländer Gemeinden wollen einen Beitrag leisten. Je nach Entfernung zahlen sie zwischen fünf und zwanzig Franken pro Einwohner und Jahr.
Die Gemeinde Rheinau zeigte sich zudem bereit, das Badi-Grundstück für 1,55 Millionen Franken vom Kanton zu kaufen und die Anlage der Genossenschaft «Aquarina» zur Verfügung zu stellen. Allerdings muss damit auch die Stimmbevölkerung einverstanden sein.

 Im November soll in Rheinau darüber abgestimmt werden, ob die Gemeinde das Land kaufen und der neuen Trägerschaft die bestehende Anlage überlassen kann. Finanziert werden soll dies mit dem Verkauf des gemeindeeigenen Elektrizitätswerks. Auch darüber muss die Stimmbevölkerung im November befinden.

Bevölkerung wehrte sich für ihre Badi

Nötig wurde die Rettungsaktion, weil die Gemeinde Rheinau das Bad nicht alleine finanzieren kann. Mit dem Kanton wurde deshalb vereinbart, dass er den Abbruch bezahlen sollte. Die Bevölkerung wollte die Schliessung des Bades aber nicht hinnehmen. Rund 800 Personen demonstrierten im Bad gegen den Abbruch des Bades. Knapp 1500 Mitglieder schlossen sich zum Verein Badi Rheinau zusammen. Rund 3000 Personen haben zudem die Petition «Aufbruch statt Abriss: Ja zum Hallenbad Wyland» unterschrieben.

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