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Bagatellfälle im Notfall Drei Zürcher Kantonsräte fordern eine Notfall-Grundgebühr

Zwischen 20 und 50 Fr. sollen alle bezahlen, die im Notfall behandelt werden. Der Regierungsrat ist dagegen.

Arzt und Patient in einer Notfallstation
Legende: Häufig sind Notfallstationen überlastet - auch weil sie sich häufig um Bagatellfälle kümmern müssen. Keystone

Ein Vorstoss von SVP, CVP und GLP Kantonsräten fordert, dass alle Patientinnen und Patienten, die sich in einer Notfallstation behandeln lassen, eine Grundgebühr zwischen zwanzig und fünfzig Franken bezahlen müssen. Die soll eine Art Schutzgebühr sein. Die Idee: Patientinnen und Patienten überlegen sich zweimal, ob sie sich im Notfall oder bei einem Hausarzt behandeln lassen wollen.

Der Zürcher Regierungsrat hält aber nicht viel von diesem Vorschlag:

  • Das Krankenversicherungsgesetz sei Sache des Bundes. Der Kanton könne keine Gebühr erheben.
  • Möglicherweise würden Patienten zu lange warten, bis sie ärztliche Hilfe suchen.
  • Das Einziehen der Gelder könnte schwierig sein. Viele Patienten hätten im Notfall kein Bargeld oder eine Kreditkarte dabei.

Initianten mit Begründung nicht zufrieden

Die Begründung, dass viele Patienten kein Geld bei sich haben, wenn sie in den Notfall gehen, kann CVP-Kantonsrat Lorenz Schmid, Mitunterzeichner des Vorstosses, nicht ganz nachvollziehen. Jene Patienten, die dringende Notfälle seien und kein Bargeld oder eine Kreditkarte bei sich hätten, könnten die Gebühr auch später noch bezahlen «Jene Patientinnen und Patienten, die aber keine dringenden Notfälle sind, haben in der Regel auch irgend ein Zahlungsmittel dabeii», so Schmid.

Auch wenn nun eine solche Notfallgebühr auf kantonaler Ebene nicht umsetzbar sei, handeln müsse die Zürcher Regierung allemal. «Der Regierungsrat kann den Vorschlag auch auf nationaler Ebene oder in der Gesundheitsdirektorenkonferenz einbringen und vorantreiben», findet CVP-Kantonsrat Lorenz Schmid.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Verena Casagrande (Verena Casagrande)
    Das heutige Problem ist: Jeder rennt nur noch in den Notfall statt einmal selber sich zu erkundigen: z.B. in der Apotheke oder beim zuständigen Arzt.
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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Wieso nicht ? In USA und Kanada bezahlt man (als Ausländer) eine Notfall-Eintrittsgebühr von 600 - 650 $ Es wird ja sonst auch alles von "dort drüben" übernommen und 20 - 50 CHF wären daher ja noch recht "human". Vielleicht würde es dann auch viele abschrecken, direkt auf die Notfall zu rennen, anstatt erst eine reguläre Arztpraxis aufzusuchen. Aber nicht gleich der KK wieder aufbürden - gell....
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Weil gewisse "Bevölkerungsteile" die Notfallstationen vollstopfen, anstatt in eine Permanence zu fahren, droht uns jetzt die Zweiklassennotfallverssorgung? Darf doch echt nicht wahr sein, oder? Die Sache mit dem Wutbürgertum nimmt Formen an, aber anders als bisher in Echt...
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Wer ohne Skrupel einfach vor die nächste Notfall-Türe eines Spitals fährt, gehört tatsächlich zu einer "gewissen Bevölkerungs-Gruppe", Herr Pip! Soweit sind wir, dass man das klare und von allen Spitäler belegte Faktum nicht beim Namen nennen darf! Nun, wer sich darüber informieren lässt, kennt diese "Bevölkerungs-Gruppe" schon lange! Diese "Gruppe" wird aber immer grösser und lässt damit ohne Massnahmen, wie oben vorgeschlagen, das Gesundheitswesen rasant teurer werden!
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Ja, immer die gleichen "Bevölkerungs-Gruppen", die sich vor den Notfall-Stationen der Spitäler einfinden, anstatt beim Hausarzt! Trotzdem ich diese "Gruppe" nicht mit Namen nannte, wird alles zensuriert (undsverr....nicht aufgeschaltet!)! Herr Pip, wer ist nun ein Wutbürger? Der SRF-Redaktor oder wir als Kommentatoren im SRF-Forum? Offenbar jeder, der Klartext spricht und die Probleme beim Namen nennen will! Einfach widerlich, dieser Meinungsterror des "Service public"!
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