Bald blaue Zone auf der Breite in Schaffhausen?

Im Wohnquartier Breite in Schaffhausen ist das Parkieren wohl bald nicht mehr gratis. Das Stadtparlament hat einen SVP-Vorstoss, der einen Planungsstopp auf der Breite forderte, mit Stichentscheid von SP-Ratspräsident Daniel Schlatter abgelehnt. Damit hat das Parlament einen Vorentscheid gefällt.

Autos stehen auf Parkplätze vor dem alten Schützenhaus auf der Breite in Schaffhausen

Bildlegende: Mit Gratis-Parkieren auf der Breite dürfte es bald vorbei sein. srf

Die Pläne des Stadtrates, im Wohnquartier Breite ein Parkierungskonzept einzuführen, löste in der betroffenen Bevölkerung grosse Aufregung aus. Der Quartierverein legte gegen das Konzept eine Einsprache ein, und die SVP forderte mit einem Vorstoss einen Planungsstopp bei der Einführung von Parkgebühren und blauen Zonen. Erst wenn bei der Stadionfrage Klarheit herrsche, sei mit den Planungen fortzufahren.

Kompromissvorschlag des Stadtrates

Die Stadträte Raphael Rohner, FDP, und Simon Stocker, AL, haben in den letzten Wochen auf den Vorstoss reagiert. Sie verlangsamten den Prozess, um Parkgebühren und blaue Zonen einzuführen, und trafen sich mit den Anwohnern. Dabei wurde ein Kompromiss erzielt: Anwohner sollen nebst einer Parkierungskarte von maximal 35 Franken zwei Gratiskarten für Besucher und Besucherinnen erhalten.

Parkgebühren bald auch in anderen Stadtteilen?

Nach dem Nein des Parlamentes zu einem Planungstopp unterbreitet der Stadtrat dem Grossen Stadtrat nun in den nächsten Monaten eine Vorlage über die Parkierungsfrage. Die Parkgebühren auf der Breite sind ein Pilotprojekt in der Stadt, danach soll eine ähnliche Regelung in allen Stadtquartieren eingeführt werden.

Simon Stocker, AL, ist froh, dass der Stadtrat weiter viel Spielraum hat für Planungen auf der Breite. Man habe das Tempo aber beim Parkplatzproblem wie auch bei der Wohnraumentwicklung zurückgenommen. «Der Stadtrat will nur noch überschaubare Einzelpakete mit klar definierten Absichten schnüren», so Baureferent Raphael Rohner. 

Kleineres Stadion mit privater Trägerschaft

Dagegen machen die beiden Stadträte beim Fussballstadion Druck: FCS-Präsident Aniello Fontana muss bis Mitte Juni definitiv schriftlich erklären, ob er einen FCS-Park im Aussenquartier Herblingertal in einer abgespeckten Fassung für 40 Millionen Franken realisieren kann. Falls der FCS-Park scheitert, zieht der Stadtrat einen Plan B für ein Challenge-League-taugliches Stadion mit 5000 Sitzplätzen aus der Schublade. Baureferent Raphael Rohner stellte dabei klar, dass nicht die Stadt ein solches Stadion finanzieren würde. «Die aktuell schwierige Finanzlage der Stadt lässt dies nicht zu.» Stattdessen müsste eine private Trägerschaft gegründet werden, die aber eine Unterstützung durch die Stadt und den Kanton erwarten könne. Für dieses Stadion würden mehrere Standorte geprüft.