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Gewalt an Schaffhauser Schulen Bedrohungen, Belästigung – haben Schulen ein Sicherheitsproblem?

An den Schulen der Stadt Schaffhausen herrschten unhaltbare Zustände, kritisierte die SVP letzte Woche. Anlass für die Kritik war ein Fall im Bachschulhaus. Ein Schüler soll Lehrer bedroht und andere Schüler belästigt haben. Ein Einzelfall? Der Schulrat nimmt zu den Vorwürfen Stellung.

Die drei Verantwortlichen sitzen am Tisch und sprechen zu den Medien
Legende: Von links: Stadtrat Raphaël Rohner, Stadtschulratspräsidentin Katrin Huber und Stadtschulrat Ernst Sulzberger SRF

Ein verhaltensauffälliger Schüler sorgt in der Stadt Schaffhausen für Aufsehen. Er soll seine Kollegen belästigt und geschlagen haben. Lehrer habe er bedroht.

Die SVP machten den Fall letzte Woche publik und sprach von unhaltbaren Zuständen an den Schaffhauser Schulen. In einer Interpellation verlangten Vertreter der Partei vom Stadtrat und dem Schulrat eine Stellungnahme. Dabei wurde die Frage gestellt, ob die Schaffhauser Schulen noch sicher seien? Am Freitag informierten die Verantwortlichen des Stadtschulrates.

Schüler wurde suspendiert

Der Schüler sei durch «unpassendes und gewaltbereites Benehmen» aufgefallen, hiess es vor den Medien. Weil die Lehrerschaft unsicher war, wie die Situation einzuschätzen ist, wurde für ein Elterngespräch auch die Polizei aufgeboten. Letztlich habe sich dies dann aber als unnötig herausgestellt, wie der zuständige Schulrat Ernst Sulzberger ausführte. Er war bei dem Gespräch dabei, habe den Schüler und dessen Eltern mit den Vorwürfen konfrontiert. Ansonsten sei die Unterredung «sehr entspannt» verlaufen. Damit im Schulhaus wieder Ruhe und Ordnung einkehre, habe man den Schüler suspendiert und ihm ein Hausverbot erteilt.

Man habe dem Schüler nun diverse Auflagen gemacht. Er muss sich von Fachpersonen untersuchen lassen, sich regelmässig beim Schulamt melden und erhält Hausaufgaben, die er den Lehrpersonen retournieren muss. Der Schüler habe sich bisher an diese Auflagen gehalten. Diese Praxis sei aber keine dauerhafte Lösung. In die Bachschule werde der Jugendliche, der sich im letzten Schuljahr befindet, jedoch nicht mehr zurückkehren

«Wir haben kein Problem mit Gewalt»

Es handle sich um einen Einzelfall, betonten die Verantwortlichen des Stadtschulrats. Disziplinarische Verstösse gebe es zwar immer wieder. Es liege aber keine Häufung von Gewalt den Schaffhauser Schulen vor. «Wir tolerieren keine Gewalt», erklärte Schulpräsidentin Katrin Huber. Sie rief Eltern dazu auf, sich bei Verstössen unbedingt an die Lehrperson und notfalls auch an den Stadtschulrat zu wenden.

Bei der SVP ist man aber weiterhin der Meinung, dass der Stadtschulrat die Probleme verharmlose, heisst es auf Anfrage des «Regionaljournals». Der Fall im Bachschulhaus sei nur die Spitze des Eisbergs.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Als einer, der den Kanton Schaffhausen gerne besucht und auch Menschen von dort kennt, bin ich doch sehr erstaunt, dass es in dieser friedlichen und schönen Stadt solche "renitente Schüler" gibt! Beim zweiten lesen des Artikels, stellte ich fest, dass nicht von einem "Schweizer" Schüler rapportiert wird! In dem Fall ist es ein.......!
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    1. Antwort von SRF
      Gemäss den publizistischen Richtlinien von SRF nennen wir in der Regel keine Nationalitäten. In Berichten über kriminelle Handlungen soll die Nationalität oder die ethnische Zugehörigkeit erwähnt werden, wenn sie im Zusammenhang mit dem Delikt bedeutsam ist. Beispiele könnten sein: Ein türkischer Vater schickt seine Tochter nicht in den Schwimmunterricht. Oder: Ein Schweizer verübt ein Verbrechen mit einer Militärwaffe. Im Fall des renitenten Schülers spielt die Nationalität aber keine Rolle.
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