Bei der Sozialhilfe lässt sich kaum sparen

Bürgerliche Parteien im Kanton Zürich wollen die Sozialhilfekosten senken. Doch die Zahlen zeigen: Zum Sparen bleibt wenig Luft, denn an den hohen Kosten für Miete, Lebensunterhalt und Versicherung lässt sich nicht rütteln. Für eine Kostenminderung braucht es die Mithilfe der Arbeitgeber.

Ärmlich gekleideter Mann stöbert in einem Abfallcontainer

Bildlegende: Einsparungen bei der Sozialhilfe könnten Menschen rasch in die Armut führen. Keystone

Die rund 44'000 Bezügerinnen und Bezüger von Sozialhilfegeldern kosten den Kanton Zürich jährlich rund 600 Millionen Franken. Laut Ruedi Hofstetter, Chef des Kantonalzürcher Sozialamts, lässt sich dieser Betrag nur schwer reduzieren. Fast die Hälfte der Sozialhilfebezüge gehe für Mieten weg, «da ist die Sozialhilfebehörde der Situation am Wohnungsmarkt ausgeliefert».

Genauso wenig beeinflussen liessen sich die Kosten für den Lebensunterhalt. Rund 990 Franken brauche ein Mensch im Kanton Zürich monatlich; senke man den Betrag, gehe das bereits «ans Lebendige». Vorgegeben sei auch die Höhe der Krankenkassenprämien.

Arbeitgeber sind gefordert

Spielraum hat die Sozialhilfebehörde gemäss Hofstetter eigentlich nur bei den situationsbedingten Zulagen wie etwa Therapie, Alkoholentzug oder Kinderförderung. Hier könne man die Höhe der Beiträge individuell festlegen.

Der effektivste Weg jedoch, um Kosten einzusparen, sei der Weg aus der Sozialhilfe hinaus. Und da seien vor allem die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gefordert.