Beliebt und gut: Die Noten für die Zürcher Spitäler

Die Patientinnen und Patienten im Kanton Zürich sind so zufrieden mit ihren Spitälern, dass sie möglichst im eigenen Kanton behandelt werden wollen. Dies zeigt der «Gesundheitsversorgungsbericht 2013». Auch aus anderen Kantonen lassen sich immer mehr Menschen in Zürcher Spitäler einweisen.

Spitalbett in einem Spitalgang

Bildlegende: Schöne Aussichten für die Zürcher Spitäler: Die Patientinnen und Patienten sind zufrieden. Keystone

Die Zürcher Spitäler sind beliebt und gut. Das ist eine der zentralen Aussagen im «Gesundheitsverorgungsbericht 2013». Auf über 80 Seiten thematisiert dieser verschiedene Spitalfragen: von den Fallzahlen bis zur Patientenzufriedenheit.

Den Systemwechsel in der Spitalfinanzierung und Spitalplanung per 1. Januar 2012 hat die Gesundheitsdirektion zum Anlass genommen, mit dem «Gesundheitsversorgungsbericht» ein neues Informationsmittel bereitzustellen. Patientinnen und Patienten können im Bericht zum Beispiel genau nachlesen, welches Spital bei welchem Eingriff am meisten Routine hat.

Rund 95 Prozent aller Zürcherinnen und Zürcher, die einen stationären Aufenthalt in Akutsomatik oder Psychiatrie benötigen, lassen sich in einem Zürcher Spital behandeln. Dies unterstreiche das «umfassende, hochstehende und zeitgerecht zugängliche Leistungsangebot» innerhalb des Kantons.

Mehr Patienten aus anderen Kantonen

Die «ausgezeichnete Zürcher Akutspitalversorgung» wird vermehrt auch durch ausserkantonale Patienten in Anspruch genommen: 14 Prozent der 2012 in Listenspitälern im Kanton Zürich behandelten Personen stammten aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland - 2011 waren es noch 12 Prozent.

Insgesamt zeigt der Bericht ein positives Bild der Zürcher Gesundheitsversorgung. Auch hätten sich die neue Spitalplanung sowie die neue Spitalfinanzierung bewährt, heisst es weiter.

Tarife sind weiterhin umstritten

Trotz aller positiven Aspekte: Weiterhin bleibt die Planung für die Spitäler, die Gesundheitsdirektion und die Versicherer schwierig - denn noch sind die verwendeten Tarife keine definitiven. Spitäler und Versicherer gingen wegen der Tarife vor Bundesverwaltungsgericht. Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger hofft auf baldige Klärung: «Das ist für alle eine ganz schwierige Situation, wir sind sehr interessiert am Entscheid des Gerichts, um Sicherheit ins System zu bringen.»

Herausforderungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Publikation weist auch noch auf weitere Probleme hin. Beispielsweise besteht in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Unterversorgung. Diese soll durch die Sanierung und Erweiterung der Kinderstation Brüschhalde in Männedorf behoben werden.

Zudem seien die Tarife in der ambulanten Psychiatrie so niedrig, dass ohne zusätzliche Finanzierung die Gefahr einer Unterversorgung besteht. Damit dies nicht geschehe, habe die Gesundheitsdirektion zusammen mit den Zürcher Psychiatriekliniken ein Leistungserfassungs- und Finanzierungssystem erarbeitet.

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