Belohnung für Hinweise zu Gewalttaten gegen Zürcher Polizisten

Bei den Zürcher Dezember-Krawallen entstand nicht nur Sachschaden in Millionenhöhe. Die Vermummten gingen auch gezielt gegen die Polizei vor, dabei gab es mehrere Verletzte. Die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden. Das will die Staatsanwaltschaft mit einer Belohnung nun ändern.

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Belohnung für Hinweise zu Gewalttaten

0:59 min, aus Schweiz aktuell vom 13.1.2015

Zu zwei Vorfällen erhofft sich die Polizei Hinweise aus der Bevölkerung: Im ersten Fall warfen vermummte Demonstranten an der Zweierstrasse in Zürich eine brennende Fackel in ein Fahrzeug der Polizei, in dem mehrere Polizisten sassen. Dadurch sei eine massive Gefährdung der Polizisten entstanden, heisst es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft für Gewaltdelikte und der Kantonspolizei.

Gezielte Attacke

Im zweiten Fall griffen Vermummte die Regionalwache Aussersihl an der Militärstrasse an. Sie beschossen die Regionalwache mit Feuerwerkskörpern und Wurfgegenständen und verletzten damit Beamte. Die Polizisten wehrten sich mit Gummischrot gegen den Angriff.

In beiden Fällen sprechen die Ermittlungsbehörden von schweren Gewaltdelikten. Die Täter konnten bis jetzt nicht gefasst werden. Eine Belohnung soll das nun ändern.

Heisse Spur dank Kleidungsstücken?

Mit Hochdruck ermitteln auch die Stadtpolizei und die allgemeine Staatsanwaltschaft Zürich, was alle übrigen Vergehen und Verstösse angeht, vor allem die diversen Sachbeschädigungen. Zurzeit gebe es nur ein grosses Verfahren gegen Unbekannt, sagt der zuständige Staatsanwalt Edwin Lüscher auf Anfrage: «Wir hoffen aber, dass das umfangreiche Material aus der Krawallnacht uns auf eine heisse Spur führen wird.» Die Polizei hat unter anderem Wurfsteine und Kleider sichergestellt.

Die allgemeine Staatsanwaltschaft sieht zurzeit noch davon ab eine Belohnung auszusetzen oder Bilder der vermummten Täter ins Internet zu stellen. Laut Lüscher bleibt dies aber eine Option.