«Bergerausch» interpretiert alte Volkslieder neu

Volkslieder sind ihr Fundus, aber bitte nicht weichgespült! Das zürcherisch-schaffhausische Trio «Bergerausch» möchte vielmehr mit seiner Musik dazu beitragen, dass das Genre Volksmusik lebendig bleibt.

Zwei Frauen im Radiostudio Zürich am Musizieren

Bildlegende: Volkslieder ohne Schunkelmusik und heile Bergwelt: Das verspricht die Band «Bergerausch», hier im Radiostudio Zürich. SRF

Es gibt einen ganzen Schatz an Volksliedern, die von allem anderen als eitel Sonnenschein handeln. «Vergessen und verdrängt wurden etwa Lieder, die von Kindsmord handelten oder von Liebesgeschichten, die wegen dem sozialen Gefälle verboten waren», sagt Bandleaderin Bettina Klöti. Keine leichte Kost also, die sich auch nicht für die Schule eignet, wo noch viel gesungen werde. So fing das Trio «Bergerausch» an, alte Volkslieder auszugraben.

Pianistin Vera Kappeler wurde in den Liederbüchern ihres Urgrossvaters fündig. Inzwischen gebe es aber auch gute Volksliedersammlungen, sagt sie bei einem Gespräch im SRF-Radiostudio in Zürich, wo sie einige Stücke zum Besten gaben. Nun ist «Bergerausch» wieder unterwegs mit Neuentdeckungen und Neuinterpretationen. Kleintheater und Jazzkeller sind ihre Bühne. Ob ihre Lieder beim Publikum ankommen, das spüren sie sofort. «Die grösste Freude für uns ist es, wenn jemand nachher sagt, dass die Musik ihn berührt habe», sagt Bettina Klöti.

(simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)