Berufsbildungsfonds: Der Topf ist voll

Lehrlinge auszubilden, zahlt sich im Kanton Zürich aus. Im letzten Jahr wurden die Zürcher Lehrbetriebe mit rund zwanzig Millionen Franken aus dem kantonalen Berufsbildungsfonds unterstützt. In Zukunft sollen vermehrt Branchen profitieren, die Mühe haben, Fachkräfte zu finden.

Ein Papiertechnologe in Ausbildung.

Bildlegende: Ein Papiertechnologe in Ausbildung. Keystone

Das Projekt war heftig umstritten, 2008 stimmt das Zürcher Stimmvolk der Bildung einen Berufsbildungsfonds jedoch zu. Dieser hat zum Ziel, Betriebe, welche Lehrlinge ausbilden, zu fördern.

Das Prinzip: Arbeitgeber des Kantons sind verpflichtet, dem Fonds einen Beitrag in der Höhe von ein Promille ihrer Lohnsumme einzuzahlen. Ausgenommen sind Firmen, die Lehrlinge ausbilden oder bereits in einen Branchenfonds einzahlen. 2013 waren es 13'000 Betriebe, die insgesamt eine Summe von 18,5 Millionen Franken einbezahlt haben. Von diesem Geld hätten viele Lehrbetriebe profitieren können, bilanziert Lukas Furler, Präsident der Berufsbildungskommission.

Ein Bonus pro Lehrling

Der Berufsbildungskommission sei es ein Anliegen, dass alle Branchen von diesem Geld profitieren, deshalb habe man 2013 unter anderem überbetriebliche Kurse mit rund 13 Millionen Franken unterstützt. «Dies spürt der Arbeitgeber ganz direkt», erklärt Lukas Furler. Zudem habe man mit dem Geld auch Infrastrukturkosten für die Lehrabschlussprüfung übernommen und rund sechs Millionen habe man als Lehrlings-Bonus ausbezahlt. Ein einmaliger Bonus pro abgeschlossenen Ausbildung.

In Zukunft möchte die Berufsbildungskommission vermehrt auf das Thema Fachkräftemangel eingehen. Unter anderem habe man da bereits in den letzten Jahren investiert und beispielsweise die Berufsmesse des Kantons Zürich mit einer halben Million Franke unterstützt, ergänzt Lukas Furler. In Zukunft wolle man da aber noch mehr investieren. Marketingmassnahmen seien angesichts der demografischen Entwicklung enorm wichtig.