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Zürich Schaffhausen Besetzer und Partyvolk haben Binz-Areal verlassen

Die Besetzung des Binz-Areals ist zu Ende. Die letzten Aktivistinnen und Aktivisten haben am Abend gegen 20.45 Uhr das Binz-Areal verlassen. Zuvor hatte ihnen die Polizei eine Frist zum Verlassen des Geländes gesetzt.

Traktor voll beladen
Legende: Mit Traktoren transportierten die Aktivisten am Freitag Material an. SRF Augenzeuge P.S.

Nach dem friedlich verlaufenen Abzug präsentierte sich das Areal in aufgeräumtem Zustand, wie ein Sprecher der Stadtpolizei sagte. Alle Aktivisten mussten sich im Anschluss einer Personenkontrolle unterziehen.

Wie viele bis zum Schluss auf dem Areal ausharrten, konnte der Sprecher der Polizei nicht sagen. Zeitweise waren es bis zu 500 Personen gewesen, die das Zürcher Binz-Areal am Wochenende in Beschlag genommen hatten, um ein dreitägiges Fest zu feiern.

Trotz Anzeigen und mehrerer Dutzend Lärmklagen liess die Stadtpolizei die Besetzerinnen und Besetzer bis Sonntagabend gewähren. Ein Polizeieinsatz schien aus Sicht der Polizei unverhältnismässig. «In diesem Fall hätten wir unter Umständen mit massiven Ausschreitungen rechnen müssen», sagte der stellvertretende Polizeivorstand Filippo Leutenegger am Sonntag vor den Medien.

«Wir nehmen diese Leute beim Wort»

Auf einem Flugblatt hätten die Besetzer mitgeteilt, sie seien bis am Sonntag auf dem Gelände und wollten danach auch aufräumen. «Wir nehmen diese Leute beim Wort», sagte der FDP-Stadtrat zuvor. Am Abend müsse sicher Schluss und am Montag der Platz sauber und geräumt sein. Sei dies nicht der Fall, liege es in der Kompetenz der Polizei, über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Die politische Verantwortung für einen möglichen Polizeieinsatz wird ab Montag nicht mehr bei Leutenegger, sondern bei seinem Kollegen Raphael Golta (SP) liegen. Die beiden Stadträte führen das Departement je eine Woche lang, bis Polizeivorstand Richard Wolff (AL) wieder aus den Ferien zurück ist.

Legende: Video Scharmützel mit der Polizei (Amateuervideo SRF Augenzeuge) abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.07.2015.

«Denkmal für Freiräume»

Auf dem Binz-Areal war seit Freitagabend eine Open-Air-Party im Gang. Zunächst drangen rund 100 Besetzerinnen und Besetzer in das bereits in früheren Jahren besetzte Gelände ein. Zuvor hatten sie sich Scharmützel mit der Polizei geliefert.

In einer Mitteilung kündigten die Aktivisten ein «grosses Fest» an. Damit wollten sie ein «Denkmal» setzen «für alle Freiräume, die Platz für alternatives und bezahlbares Leben boten und vernichtet wurden».

Da die Stimmung während der ganzen Zeit zwar laut war, doch weitgehend friedlich blieb, entschieden Polizei und Polizeivorstand nach intensiven Diskussionen, die immer stärker anschwellende Menge gewähren zu lassen – in der Annahme, dass nach drei Tagen Schluss sei. «Zu diesem Entscheid stehe ich», sagte Leutenegger.

Dass so viele Anwohner wegen des Lärms schlaflose Nächte hatten, sei frustrierend und tue ihm leid. «Wir hatten aber leider keine andere Wahl», betonte Leutenegger. «Die Konsequenzen hätten verheerend sein können.»

Bürger sollen nicht die Quittung zahlen

Neben Anzeigen wegen Sachbeschädigung ging am Samstag auch eine Anzeige des Kantons ein. Dieser forderte, das ihm gehörende Areal zu räumen und die Personalien der Besetzer aufzunehmen. Damit solle sichergestellt werden, dass die Rechnung für eine allfällige Räumung nicht wie bei der letzten Räumung der Steuerzahler übernehmen müsse.

Zu einem Zwischenfall kam es am Samstagnachmittag, als sich Leutenegger vor Ort ein Bild machen wollte. Dabei habe er sich als Vertreter des Stadtrates zu erkennen gegeben. Dass er dann von einigen jungen Männern massiv angepöbelt und geschubst worden sei, habe ihn erschüttert.

Schon in früheren Jahren besetzt

Das Binz-Areal war schon einmal – von Mai 2006 bis Mai 2013 – besetzt gewesen. In die Schlagzeilen gerieten die Besetzer Anfang März 2013, als es bei einer Demo vom Binz-Areal zum Helvetiaplatz zu schweren Ausschreitungen mit mehreren hunderttausend Franken Sachschaden kam. Ende Mai 2013 verliessen die Aktivisten das Gelände, nachdem ihnen ein Ultimatum zur Räumung gestellt worden war.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Und immer schwarz maskiert - wie am 1. Mai und an Fussball-Krawallen.
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Zürich ist offenbar ein immer verlässlicher werdender rechtsfreier Raum im Bereich Eigentumsgewährleistung. Das ist ein Zeichen, welches allerseits über kurz oder lang dedeutet werden wird...
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  • Kommentar von kaya wirth, binz
    Wir haben als anwohner andere infos; die polizei wollte am freitag räumen, dagegen ging aber hr wolff mit seiner anti-polizei devise. Er ist bekannt als befürworter der szene. Diese info haben wir mehrfach von der polizei erhalten. Die links parteien haben der polizei eine aktion untersagt und eine info-sperre verhängt. Friedlich war das ganze auch nicht leute wurden bedroht und angegangen. Da durften wir anwohner dann schlichten. Wir wurden im stich gelassen. Für uns ist es so nicht vom tisch.
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    1. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Einmal mehr wird ersichtlich, wie wichtig es halt ist, wenn sich BETROFFENE (Nachbaren, Anwohner, etc.) selber über und zu solchen Anarchisten-Veranstaltungen in den Foren melden. Ihre Aussagen, Kaya Wirth, bestätigt somit auch die unglaubliche politische Ansicht von Sicherheits-Chef Wolff! Schade, dass Wolff nicht ein SVP'ler ist, dann hätten die Medien ganz offen und ehrlich über diese "Besetzung fremden Eigentums" berichtet und sich sogar entsetzt gezeigt! Es läuft immer genau gleich ab!
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    2. Antwort von Jonas Meier, Zürich
      soweit ich weiss weilt Hr. Wolff in den Ferien und wird in seiner abwesenheit von Hr. Leutenegger vertreten...Dieser wurde von den Polizeieinsatzkräften beraten
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