Besucherschwund beim Theater Neumarkt

Fast 50 Prozent weniger Zuschauer, 60 Prozent weniger Billet-Einnahmen. Das Zürcher Theater Neumarkt hat eine schlechte Saison hinter sich. Das neue Direktoren-Duo erklärt dies mit der neuen Ausrichtung des Hauses. Sie haben aber bereits Massnahmen ergriffen, um Gegensteuer zu geben.

Das Zürcher Theater Neumarkt

Bildlegende: Halbleere Zuschauerränge: Das Zürcher Neumarkt-Theater muss eine ernüchternde Saisonbilanz ziehen. Keystone

Noch 10'706 Personen haben in der Spielzeit 2013/14 die Produktionen des Neumarkt-Theaters besucht. Damit liegt das neue Führungs-Duo Peter Kastenmüller und Ralf Fiedler fast fünfzig Prozent unter den Werten ihrer Vorgänger.

Die Direktoren erklären den Einbruch mit der neuen Ausrichtung des Theaters. Es sei oft so, dass nach einem Wechsel weniger Besucher und Besucherinnen ins Theater kommen. Dennoch hat die Neumarkt-Leitung reagiert - mit besserer Werbung und mit sorgfältigerem Wirtschaften: «Wir haben sehr darauf geachtet, dass wir auf der finanziellen Seite noch besser haushalten», sagt Peter Kastenmüller.

Und wenn er sich den Auftakt der neuen Spielzeit ansehe, dann stimme ihn das zuversichtlich. Die Zahlen sehen deutlich besser aus.

Unter scharfer Beobachtung der Stadt

Die Stadt Zürich, die das Neumarkt-Theater mit jährlich fünf Millionen Franken subventioniert, verfolgt die Entwicklung genau. Noch sieht sie sich aber nicht zum Handeln gezwungen: «Die Stühle der neuen Direktoren wackeln nicht. Es wäre eine schlechte Kulturpolitik, wenn wir auf kurzfristige Ausreisser sofort reagieren würden», erklärt der städtische Kulturdirektor Peter Haerle. Aber natürlich seien die Theaterleitung und der Verwaltungsrat gefordert - und wüssten, dass sie unter scharfer Beobachtung stünden.