Buhlen um den chinesischen Drachen

83 Unternehmen haben sich im vergangenen Jahr dank Bemühungen der Standortmarketing-Organisation Greater Zurich Area (GZA) in der Wirtschaftsregion Zürich angesiedelt. Viele weitere sollen folgen. Grosse Hoffnungen setzt GZA in Unternehmen aus China.

Chinesischer Drachen

Bildlegende: Die Schweiz geniesst in China nach wie vor einen guten Ruf. Keystone

Von den neu angesiedelten Firmen kamen letztes Jahr 46 aus Europa, 22 aus den USA, 8 aus China und 7 aus der übrigen Welt, wie GZA mitteilt. Ein Viertel der Firmen arbeitet im Bereich Life Sciences. Weitere Ansiedlungen wurden in den Bereichen Informatik (12), Maschinenindustrie und Elektrotechnik (8), Finanzdienstleistungen (6) und Cleantech (3) realisiert. Dadurch sind 388 neue Stellen geschaffen worden.

Gepunktet habe der Grossraum Zürich vor allem mit hoch qualifiziertem Personal. Für internationale Firmen sei dies weiter ein «zentrales Standortkriterium», sagt GZA-Chefin Sonja Wollkopf Walt. Diese Unternehmen könnten international nur wachsen, wenn sie dafür die besten Kräfte weltweit rekrutieren könnten.

Negativ in Europa, Positiv in Asien

Eine der bedeutendsten Neuansiedlungen in Zürich war in jüngster Zeit die China Construction Bank (CCB). Diese hat im vergangenen Herbst als einzige chinesische Bank eine Schweizer Banklizenz erhalten, mit der sie als Handelszentrum für die chinesische Währung Renminbi tätig werden kann.

Dieses Beispiel soll Schule machen: GZA hofft, dass sich künftig noch viele weitere chinesische Firmen im Grossraum Zürich ansiedeln. Sonja Wollkopf Walt sagt: «Chinesische Firmen orientieren sich daran, wo sich schon andere chinesische Unternehmen befindet. Wir rechnen deshalb mit einer Sogwirkung.» Auch das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative und der starke Franken, welche in Europa vermehrt wahrgenommen würden, hätten auf Asien wenig negativen Einfluss gehabt.

Keine Angst vor den Chinesen

GZA hofft 2016 wiederum auf die Ansiedlung von mindestens acht chinesischen Firmen. Angst brauche man von den chinesischen Playern keine zu haben. Diese würden Innovation ins Land bringen und langfristig Arbeitsplätze sichern, ist Sonja Wollkopf Walt überzeugt.