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Bundesgericht weist Klage ab Zürcher Kindergärtnerinnen erleiden im Lohnkampf eine Niederlage

Legende: Video Zürcher Kindergärtnerinnen erhalten nicht mehr Lohn abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.09.2017.
  • Das Bundesgericht hat im Rahmen einer öffentlichen Beratung entschieden, dass die Löhne der Zürcher Kindergärtnerinnen nicht diskriminierend sind.
  • Es hat die Beschwerde von drei Kindergärtnerinnen, dem Verband Kindergarten Zürich (VKZ), dem Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) und dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband mit drei zu zwei Stimmen abgewiesen.
  • Der Verband spricht von einer «schallenden Ohrfeige».

Seit der Integration des Kindergartens in die Volksschule im Januar 2008 würden Frauen auf Kindergartenstufe auf Grund ihres Geschlechts diskriminiert entlöhnt werden, so die Klagenden. Deshalb beantragten sie, dass Kindergärtnerinnen eine Lohnnachzahlung und in Zukunft 15 Prozent mehr Lohn enthalten.

Weniger Lektionen – weniger Lohn

Das Gericht argumentierte, dass die Beschwerdeführenden keinen Beruf aufgeführt hätten, bei dem der Lohn trotz der gleichen Ausbildung (Bachelor der Fachhochschule) höher sei.

Den Grund, dass die Lehrpersonen der Kindergartenstufe nur 87 Prozent der Besoldung der Lohnstufe 18 erhalten, betrachten sie als sachlich begründet. Aufgrund der pädagogisch bestimmten geringeren Anzahl an Lektionen, beinhalte ein Vollpensum weniger Wochenarbeitsstunden.

Das ist eine schallende Ohrfeige für die ganze Pädagogik.
Autor: Brigitte FleutyPräsidentin Kindergartenverband

VKZ-Präsidentin Brigitte Fleuty spricht von einer schallenden Ohrfeige. «Es geht um die Bildung der Kleinsten und dafür braucht es motivierte Lehrpersonen», sagte sie nach dem Urteil gegenüber dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen. Zudem kündigte sie an, dass sich die Kindergärtnerinnen nun überlegen müssten, wo sie im Unterricht zurückbuchstabieren könnten, «jetzt, wo wir wissen, dass wir nur 36 1/2 Stunden arbeiten müssen».

Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner ist hingegen erfreut. Sie befürchtet auch nicht, dass der Unterricht nun schlechter wird. «Ich gehe nicht davon aus, dass auch nur eine Kindergärtnerin ihre Aufgabe nicht mehr so erfüllt, wie es ihr Berufsstolz gebietet». Sie werde mit den Verbänden im Gespräch bleiben und die Kindergartenstufe so entwickeln, dass sie für die Lehrpersonen attraktiv bleiben.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Bei Lohngleichheitsvergleichen ist endlich auf den Stundenlohn statt den Monatslohn abzustellen und abzurechnen. Feuerwehrmaenner und Polizisten haben inklusive Praesenz- und Pikettdienst, nur noch bis zu weniger als die Helfte der Stundenloehne eine Kindergaertnerin oder Krankenschwester....
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  • Kommentar von Simeon Räber (S. Räber)
    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es im Grunde gar keine Geschlechterfrage - weil Mann (Kindergärtner) und Frau (Kindergärtnerin) gleich viel verdienen in gleicher Funktion. Vielmehr ist es eine Frage der Einstufung der Funktion - wie viel soll die Funktion Kindergartenlehrkraft verdienen... Dass man eine Lohnerhöhung über die Geschlechterfrage erzwingen will, ist dann schon etwas merkwürdig...
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    1. Antwort von Tim Buesser (TimBue)
      Den Linken ist halt wie so oft jedes Mittel zu ihren Gunsten recht…
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    2. Antwort von Matthias Niederhauser (niederhauser)
      Ohne den Fall genau zu kennen dürfte es sich um indirekte Diskriminierung handeln. Dies ist dann der Fall, wenn eine Regelung an sich neutral ist aber durch andere Rahmenbedingungen trotzdem nur ein Geschlecht davon betroffen ist. Wenn also z.B. 95% der Kindergärtner/Innen Frauen sind und diese niedriger entlohnt werden sollte die Frage der Diskriminierung trotzdem eine Rolle spielen...
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    3. Antwort von Matthias Niederhauser (niederhauser)
      Aber ganz nebenbei: In meinen Augen haben KindergärtnerInnen meinen vollen Respekt, das ist bei Zeiten ein sehr anstrengender Job. Oftmals müssen die einen Mangel an Erziehung ausgleichen der innerhalb der Familie zu kurz kam. Das Gericht spricht anscheinend von "pädagogisch bestimmten geringeren Anzahl an Lektionen", die KindergärtnerInnen leisten aber oftmals sehr viel mehr als in irgendeinem Lehrplan festgehalten wird...
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    4. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Richtig, wobei Maenner immer mehr aus Frauenberufen (zB Hebaemmeriche) geekelt werden. Weibliche und maennliche KindergaertnerInnen verlanger fuer weniger Stunden gleich viel Lohn wie PrimarlehrerInnen. Und zwei von fuenf Bundesrichtern sind dieser Fehlforderung auf den Leim gekrochen....
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