«CareInfo»: Mit einer Website gegen das Schattendasein

Sie werden immer zahlreicher und führen oft ein Schattendasein: Sogenannte Care-Migrantinnen. Frauen, die in die Schweiz kommen, um betagte Menschen zu pflegen. Als erste Stadt in der Schweiz hat Zürich nun eine Informationsplattform aufgeschaltet, welche die Frauen untereinander vernetzen soll.

Eine Pflegerin wendet sich lächelnd einer Seniorin zu.

Bildlegende: Unregelmässige Arbeitszeiten, ständiger Bereitschaftsdienst: Care-Migrantinnen sind oft rund um die Uhr im Einsatz. Keystone

Sie kommen aus Polen oder Ungarn und pflegen alte Menschen - oft rund um die Uhr. Ihre Arbeitsbedingungen machen es schwer, soziale Kontakte zu pflegen oder sich untereinander auszutauschen.

Die Fachstelle für Gleichstellung setze sich seit mehreren Jahren mit dem Thema «Care-Migrantinnen» auseinander, erklärt Melanie Martin, Projektleiterin der Fachstelle. «Wir haben Berichte erstellt, es gibt einen Ratgeber für private Haushalte, nun soll es auch etwas für die Care-Migrantinnen geben.»

Die neue Plattform «CareInfo» soll den pflegenden Frauen nun die Möglichkeit geben, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen. «Auch einfach einmal einen Schwatz zu halten», so Martin.

Praxisnahe Informationen

Nebst einer geschlossenen Austauschgruppe stehen auf der Plattform auch Informationen zur Verfügung, zum Beispiel zu Arbeitsverträgen. Zusätzlich weisen weiterführende Links auf Beratungsstellen hin, sollte es zwischen Care-Migrantinnen und ihren Arbeitgebern zu Konflikten kommen. Gleichzeitig soll es auch eine Diskussionsplattform für Fachleute sein, zu Themen wie Arbeitsmigration, Gesundheit oder Gleichstellung.

Das Ziel der Plattform sei erreicht, wenn der Austausch stattfinde, sagt Martin. Sie ist überzeugt, dass die Voraussetzungen dafür gut sind: «So stark sie im Alltag isoliert sind - die Care-Migrantinnen verfügen über einen Internetzugang, so halten sie Kontakt zu ihren Familien im Heimatland.»

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