Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen «Carlos» bricht Hungerstreik ab

«Carlos», der junge Straftäter, der wegen seiner teuren Sonderbehandlung in die Schlagzeilen geraten war, hat seinen am Donnerstagabend begonnenen Hungerstreik abgebrochen. Sein Anwalt hat derweil beim Obergericht Beschwerde eingereicht gegen die Versetzung nach Uitikon.

Hungert nicht mehr: «Carlos»
Legende: Hungert nicht mehr: «Carlos» Keystone

«Carlos» habe den Hungerstreik nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit seinem engsten Umfeld und seiner Verteidigung eingestellt, teilte sein Anwalt Stephan Bernard mit. Bei der Ankündigung des Hungerstreiks in der vergangenen Woche hiess es, «Carlos» und seine Eltern wollten damit erreichen, dass die Spezialbetreuung in einer billigeren Variante fortgesetzt wird. Auch sein Anwalt hält die von der Jugendanwaltschaft verfügte Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung für «pädagogisch nicht nachvollziehbar».

Beschwerde eingereicht

Stephan Bernard hat unterdessen gegen die Versetzung ins Massnahmenzentrum Uitikon ZH (MZU) Beschwerde beim Zürcher Obergericht eingereicht. Es sei «Carlos» ein sehr grosses Anliegen, das höchste kantonale Gericht nicht mit moralischen Appellen unter Druck zu setzen. Er wolle vielmehr mit rechtlichen und pädagogischen Argumenten überzeugen, teilte Bernard mit.

Bericht der Justizkommission im Kantonsrat

Voraussichtlich am 9. Dezember wird sich der Zürcher Kantonsrat mit einem Bericht der Justizkommission zum Fall «Carlos» beschäftigen. «Carlos» war seit seiner Kindheit immer wieder mit den Behörden in Konflikt geraten. Positive Veränderungen brachte erst eine 1-zu-1-Betreuung rund um die Uhr – ein so genanntes Sondersetting. Diese Spezialbehandlung und vor allem die Kosten in Höhe von gut 29'000 Franken monatlich wurden nach der Ausstrahlung eines Dokfilms von SRF heftig kritisiert.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.