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Zürich Schaffhausen «Carlos» wieder auf freiem Fuss

Das Zürcher Obergericht hat den jungen Straftäter aus der Sicherheitshaft entlassen. Es stützt sich dabei auf einen Bericht des Gefängnisses Limmattal, wonach Rückfallgefahr und Gewaltpotential von «Carlos» deutlich abgeschwächt seien. Noch am Montag kam das Bundesgericht zu einem anderen Schluss.

Der Eingang des Gefängnisses Limmattl
Legende: Das Gefängnis Limmattal: Am Dienstag wurde «Carlos» in die Freiheit entlassen. Keystone

Das Zürcher Obergericht hat am Dienstag entschieden, der als «Carlos» bekannt gewordene Straftäter sei noch am gleichen Tag aus der Sicherheitshaft zu entlassen. Das Gericht hiess damit seine Beschwerde gut.

Grundlage für diesen Entscheid ist ein Bericht des Gefängnisses Limmattal, der Auskunft gibt über das jüngste Verhalten von «Carlos». Dieser Bericht schreibt dem Straftäter «eine starke Verbesserung seines Sozialverhaltens und seiner Alltagsbewältigungsstrategien» zu. Damit würden die Rückfallwahrscheinlichkeit und das aktuelle Gewaltpotential deutlich abgeschwächt, zeigte sich das Obergericht in seinem Entscheid überzeugt.

Bundesgericht: «Gewalt aus nichtigem Anlass»

Die Staatsanwaltschaft und auch das Bundesgericht sind da anderer Meinung: Sie beide halten «Carlos» für rückfallgefährdet. Das Bundesgericht hielt in einem eben erst veröffentlichten Urteil fest, «Carlos» könne seine Aggressionen offenbar nicht im Zaum halten und sei bereit, aus nichtigem Anlass Gewalt anzuwenden. In diesem Bundesgerichtsurteil ging es nicht um die Sicherheitshaft, sondern um die Verlängerung der Untersuchungshaft. Auch dagegen hatte «Carlos» Beschwerde eingereicht.

Mann mit Messer bedroht

«Carlos» wurde am 28. Oktober 2014 verhaftet, weil er an der Langstrasse in Zürich einen Mann mit einem Messer bedroht haben soll. Seither sass er im Gefängnis, zuerst in Untersuchungshaft und seit dem 27. März 2015 in Sicherheitshaft.
Am selben Tag hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Sie beantragt eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten. Diese soll aber zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden. Absitzen müsste «Carlos» die Strafe somit auch bei einem Schuldspruch nicht. Für das Obergericht ist deshalb klar, dass eine Fortsetzung der Sicherheitshaft nur schon deshalb nicht verhältnismässig wäre.

Wann der Gerichtsprozess gegen «Carlos» stattfindet, ist noch unklar. Der Entscheid des Zürcher Obergerichtes, den jugendlichen Straftäter freizulassen, kann innert 30 Tagen noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

58 Kommentare

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  • Kommentar von S. Balmer, Bern
    Beim Lesen der Hasspamphlete auf dieser Seite frage ich mich, was widerlicher ist; Carlos, oder die Hetzer, die so widerwärtige Kommentare absondern?
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    1. Antwort von P. Stalder, Luzern
      @S. Balmer. Antwort: Keines von beiden, sondern unsere völlig fehlgeleitete und absurde Kuschel-Sozialindustrie!
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    2. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Aus Ihrem kurzen Kommentar kann man klar ablesen: Sie schätzen offenbar diesen "Berufs-Kriminellen" CARLOS viel mehr, als alle Politiker der wählerstärksten Partei zusammen....! (Sie sind längst nicht der "Einzige" aus und in der "Gutmensch-Gilde"!)
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Glauben denn die naiven Herren des Gerichts, dass Carlos keine Gefahr mehr für die Bevölkerung ist, wenn die "Rückfallgefahr deutlich abgeschwächt" hat? Der Mann wollte durch sein "anständiges Benehmen" nur die Freiheit erzeigen. Er wird seinen "Job" wieder aufnehmen und dann in den Medien einfach unter einem anderen Pseudonym erscheinen. So werden wir, die wir einst der Verwahrungsinitiative zugestimmt haben (!!!), an der Nase herumgeführt.
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    1. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Sehr gut, Frau Zelger. Wenn Sie möchten wissen, was die naiven Herren des Gerichtes glauben, dann fragen Sie sie doch gleich selber. Nachher berichten Sie bitte hier im Forum von Ihren Erlebnissen. Märssi denn, gell, und na viel Glück denn, gell.
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  • Kommentar von johnny torturo, Zürich
    Einfach unfassbar dumm. Was für lächerliche gesetze wir hier in der schweiz haben. Wie kann man so duum sein um dass nicht zu sehen.vergleicht nur mal wieviel buse man kriegt bei geschwindigkeitsübertrettung, und dieser carlos bekommt einen scheixx! Wo sind nur unsere politiker?!
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    1. Antwort von Thomas Wanner, Aarau
      Sehr gut, Herr Torturo. Welche(s) Gesetz(e) meinen Sie genau, welche(s) sie als "lächerlich" bezeichnen. Bitte präzisieren Sie Ihre Angaben, damit wir Ihre Eingabe korrekt behandeln können. Märssi denn, gell.
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