Charles Lewinsky: «Seine Würstlihaftigkeit zu nutzen ist Pflicht»

Sich für die Schwächsten in der Gesellschaft einzusetzen, das sieht Bestseller-Autor Charles Lewinsky als seine Pflicht. Er liest deshalb am Mittwoch aus seinem neuen Buch und spendet den Erlös für Sans-Papiers. Denn wem es «so cheibe guet» gehe wie uns, der dürfe nicht wegschauen.

Bestseller-Autor Charles Lewinsky gehört zu jenen, die nicht aufs Maul sitzen. Immer wieder kritisiert er Populismus und Ausländerfeindlichkeit. In seinem neuen Buch «Schweizen - 24 Zukünfte» zeichnet er kein nettes Bild, sondern überspitzte apokalyptische Zukunftszenarien - mit humoristischem Augenzwinkern.

«Man kann nicht einfach wegschauen, besonders wir nicht, wenn es uns ‹cheibe guet› geht», sagt Charles Lewinsky im «Regionaljournal»-Interview.

Die eigene Berühmtheit ausnutzen

Lewinsky kritisiert die Stimmung in der Schweiz. «Wir haben verlernt, mit schwierigen Zeiten umzugehen. Wir haben uns von ‹es geht uns gut› zu ‹es geht uns besser› entwickelt.» Die Schweizer hätten vergessen, dass Krisen zwischen Staaten der Normalzustand seien. «Jetzt suchen wir Opfer und Schuldige - und das sind immer die fremden Fötzel.»

Lewinsky sieht es als seine Aufgabe an, den Schwächsten der Gesellschaft zu helfen. Denn:

« Wenn man schon diese Servelat-Prominenz hat, dann muss man diese Würstlihaftigkeit auch nutzen, um ab und zu das Maul aufzumachen. »

Deshalb liest Charles Lewinsky am Mittwoch aus seinem neuen Buch - und spendet den Erlös an die Sans-Papier Anlaufstelle Zürich. Denn «die Sans-Papiers sind wirklich die ‹ärmste Sieche› unserer Gesellschaft», sagt Lewinsky.

Charles Lewinsky

Charles Lewinsky hat Germanistik und Theaterwissenschaften studiert. Bekannt wurde er als Drehbuch-Autor für die Sitcoms «Fast e Familie» und «Fertig Lustig». 2006 veröffentlichte er die jüdische Familiensaga «Melnitz», das Buch wurde ein Bestseller. 2011 folgte «Gerron». Sein neues Werk heisst «Schweizen - 24 Zukünfte».