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Neue Schmerztherapie «Chronische Schmerzen können zu einer Identitätskrise führen»

Was tun, wenn die Schmerzen nie aufhören? Der Leiter der Schmerzklinik Bülach hat Erfahrung damit und zeigt Möglichkeiten auf.

Legende: Audio «Roland Schreiber kennt die «Gesichter des Schmerzes» (7.2.2017)» abspielen. Laufzeit 6:30 Minuten.
6:30 min

Roland Schreiber weiss, wovon er spricht. Jahrelang plagten den heute 58-Jährigen Nervenschmerzen im Gesicht, lähmten ihn und sein Leben. Chronische Schmerzen seien ein tiefgreifender Einschnitt ins Leben, sagt Roland Schreiber.

Chronische Schmerzen können zu einer Identitätskrise führen.
Autor: Roland SchreiberLeiter Schmerzklinik Bülach

Um Schmerzpatienten zu helfen, hat Roland Schreiber vor rund zehn Jahren umgesattelt und wurde vom Chirurgen zum Schmerzspezialisten. Heute leitet er die Schmerzklinik am Spital Bülach und betreibt eine eigene Schmerzpraxis.

Nun soll ein Buch Ärzten und Nichtmedizinern dabei helfen, chronische Schmerzen zu lindern – und den Schmerzpatienten Mut machen. Das Buch, sagt Schreiber, soll auch dazu beitragen mit Vorurteilen aufzuräumen: Bei seinen Ärzte-Kollegen stosse er mit seinen Behandlungsmethoden nämlich immer noch häufig auf Unverständnis: Was auf dem Bild – dem MRI – nicht zu sehen sei, könne auch keine Schmerzen verursachen, sei die landläufige Meinung.

Wir haben eine bild- und beweisgläubige Gesellschaft.
Autor: Roland SchreiberLeiter Schmerzklinik Bülach

Vollständig heilen kann Roland Schreiber die chronischen Schmerzen seiner Patienten selten. Mit einer Kombination aus Schulmedizin, alternativen Heilmethoden und mentalen Praktiken versucht er, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, in den meisten Fällen mit Erfolg. Sein Buch soll dazu ebenfalls einen weiteren Beitrag leisten.

Schreiber, Roland. Gesichter des Schmerzes: Möglichkeiten und Grenzen der Schmerzmedizin. Zürich (Careum Verlag), 2016.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Mir fällt dazu die Serie Dr House ein. Chronische Schmerzen spielen dort immer wieder ein grosses Thema. Es ist schwer zu beurteilen wie realistisch die gezeigte Situation ist aber es wirkt auf mich immer sehr glaubwürdig. Ich kenne keinen anderen Film der das besser macht. Zum Artikel noch, ich würde doch hoffen dass unsere Ärzte von Phantomschmerzen und anderen psychisch verursachten Schmerzsyndromen wissen. Das hat Herr Schreiber hoffentlich nur hyperbolisch ausgedrückt.
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