Dada heute: Ordnung statt Unsinn

Vor 100 Jahren war Dada wild und chaotisch. Heute ist die Kunstrichtung gezähmt. Das zeigt sich exemplarisch an den beiden grossen Jubiläumsausstellungen in Zürich, im Kunsthaus und im Landesmuseum.

Apart geordnet, wie auf dem Schachbrett, stehen sie da: die 18 Vitrinen im Landesmuseum Zürich. Darin zu sehen sind Exponate aus der 100-jährigen Geschichte von Dada. Alles Objekte, die aufs Erste wenig miteinander zu tun haben, etwa ein Militärmantel aus dem Ersten Weltkrieg oder eine afrikanische Maske. Kurator Juri Steiner sagt: «Wir haben Dinge miteinander collagiert, die bloss durch Dada gekittet sind.»

Auch im Kunsthaus wird derzeit Dada gezeigt. Jedoch hängen kleinformatige, grau-schwarze Zeichnungen, Fotos und Bilder an den Wänden – nicht die grossen, farbigen Werke aus der weltberühmten Dada-Sammlung des Kunsthauses. Es sind die Bestandteile des sogenannten «Dada Globe», eines Projekts von Tristan Tzara, an dem sich 1920 viele verschiedene Dadaisten beteiligt hatten. Wegen Streitereien blieb es bis jetzt jedoch unvollendet.

Für jeden etwas

Es sind zwei völlig unterschiedliche Ausstellungen, welche das Kunsthaus und das Landesmuseum zeigen. Wer gerne eintaucht in die grosse Dada-Spielwiese, dem sei «Dada Universal» im Landesmuseum ans Herz gelegt. Wer es lieber wissenschaftlich hat, dem sei «Dadaglobe Reconstructed» im Kunsthaus empfohlen. Was sicher ist: Aufgeräumt und ordentlich sind beide Schauen.

(frid; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)