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Zürich Schaffhausen «Dann wäre das System gescheitert»

Der Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Kantons Zürich, Ruedi Winet, wehrt sich dagegen, den Gemeinden mehr Mitsprache zu geben. Ansonsten wäre das ganze System der Profi-Behörde in Gefahr.

Legende: Audio Interview Ruedi Winet (7.12.2014) abspielen.
17 min

Beim eidgenössischen Parlament in Bern und auch in Zürich sind verschiedene Vorstösse hängig. Bürgerliche Politiker und Gemeindevertreter verlangen mehr Kompetenzen für die Gemeinden, falls ihnen eine Schutzmassnahme der KESB zu teuer ist.

Ruedi Winet warnt vor einer derartigen Entwicklung: «Unsere Unabhängigkeit wäre gefährdet». Entscheide zu Gunsten eines bedrohten Kindes könnten dann nicht mehr umgesetzt werden. «Das neue System wäre somit gescheitert», so Winet weiter. Die KESB könnten dann wieder durch die ehemalige Fürsorgebehörden ersetzt werden, sagte Winet als Regionaljournal-Wochengast.

Eine solche Entwicklung wäre für Winet bedauerlich. Die neuen Behörden brächten für Kinder mehr Schutz als die alten Laiengremien. Ein Fall Bonstetten wäre laut Winet bei einer Profi-Behörde kaum möglich.

Laute Kritik aus Gemeinden

«Gemeinden wollen mitreden», «Teure Kinderschutzmassnahmen», «undurchsichtig, unverständlich» - in den letzten Monaten sorgte die Zürcher KESB immer wieder für negative Schlagzeilen. Besonders Gemeindevertreter wehren sich gegen die ihrer Ansicht nach zu hohen Kosten.

2013 wurde das Vormundschaftsrecht durch das Kindes- und Erwachsenschutzrecht ersetzt. Anstelle von 171 Laiengremien entstanden 13 professionelle Vormundschaftsbehörden.

Ruedi Winet ist der erste Präsident dieser neuen, professionellen KESB. Der Jurist und diplomierter Psychiatriepfleger ist zudem Leiter der KESB des Bezirks Pfäffikon.

(kueh;meys; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30)

5 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler, Winterthur
    Immer die gleiche " Leier seit Jahren ", am Anfang heisst es man muss sich Zeit nehmen ( ist klar für die Leute die da arbeiten,berufserhalt ), für mich von allem Anfang klar wenn mehr Leute an einem Fall arbeiten das dies teuerer wird. Aber es gilt immer noch die Regel, wer bezahlt hat dazu auch etwas zu sagen. Ich lebe schon lange nach diesem kredo, habe das in meiner persönlichen umgebung erlebt, eigentlich hat man nichts zu sagen, aber bei Fehlentscheide zu bezahlen, bei mir nicht.
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  • Kommentar von Michel Koller, Emmenbrücke
    Das Kindes -und Erwachsenenrecht ist noch jung und mal sollte diesem System Zeit geben. Sicherlich lässt sich vieles verbessern aber zurück zum Anfang ist auch keine Lösung. Ich war ebenfalls ein Heimkind und habe erlebt, was die Gemeinden da so entschieden haben. Zu diesem System sollte man keineswegs zurück. Wenn die Kostenfrage plötzlich wieder höher gewichtet wird als das Kindeswohl... wäre schon bedenklich. Verbessern wir lieber das System fortlaufend und hören mit dem Populismus auf.
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  • Kommentar von E. Siefert, Basel
    Ob dieses KESB wirklich so gut ist, wage ich zu bezweifeln. Bisher habe ich von einigen unmittelbar Betroffenen "Müschterli" gehört, wo ich wirklich nur den Kopf schütteln konnte. "...Ansonsten wäre das ganze System der Profi-Behörde in Gefahr...." Ja klar, es verdienen sicher wieder einige ganz gehörig an dieser "Institution".
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    1. Antwort von Ruedi Lais, Wallisellen
      @Siefert: Und Sie glauben, "Müschterli von Betroffenen" berechtigten Sie, allen Hunderten von KESB-Mitarbeitenden (die zu einem grossen Teil früher bei den Gemeinden gearbeitet haben) generell Profitgier zu unterstellen? Das ist für mich schlicht Mobbing.
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    2. Antwort von Beat Gurzeler, Winterthur
      @ Lais: diese " Müsterli " wie Sie ansprechen, habe ich persönlich kennen gelehrnt, wo noch keinen grossen Grund dahinder war, noch Fragen aufgetaucht bei Ihnen , oder abeiten Sie vielleicht auch dort ?
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