Das Herz des Zürcher Hauptbahnhofs

Im Stellwerk am HB Zürich werden im wahrsten Sinne des Wortes die Weichen gestellt, damit die Züge pünktlich und sicher in den Bahnhof einfahren. Steht ein Zug still, steigt der Puls bei den Mitarbeitern.

Es wäre der Arbeitsort am Zürcher Hauptbahnhof mit der schönsten Aussicht auf die Gleise des Zürcher Hauptbahnhofs. Das Stellwerk befindet sich seit den 60er-Jahren in einem sechsstöckigen Betonkubus am Ende von Perron 51 direkt beim Gleisfeld, angeschrieben mit einer grossen blauen "Zürich"-Tafel. Es ist, was der Tower für Flughafen ist: das Herz des Hauptbahnhofs.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stellwerk haben herzlich wenig von dieser schönen Aussicht. Ihr Blick gilt der grossen grünen Tafel an der Wand des Stellwerks. Hier sind alle Gleise des Hauptbahnhofs zu sehen, alle sogenannten "Fahrstrassen" für die Züge. Hier sehen sie, wo der Verkehr reibungslos läuft und wo es Probleme gibt.

"Wenn man lange hier arbeitet, muss man nur einen Blick auf die Wand werfen, und man weiss sofort, wo sich welcher Zug befindet", sagt Zugverkehrsleiterin Andrea Friedli. Solange die Züge pünktlich fahren, ist der Betrieb im Stellwerk ruhig und gelassen. Hektik kommt laut Andrea Friedli dann auf, wenn es irgendwo eine Störung gibt. "Im HB Zürich fahren so viele Züge - wenn da einer stehen bleibt, beeinträchtigt dies gleich die Fahrten von anderen Zügen." Dann müssen die Stellwerkmitarbeiter sofort die Weichen neu stellen und neue Fahrstrassen für die Züge suchen.

Zugverkehrsleiterin Andrea Friedli vor der grünen Tafel.

Bildlegende: Zugverkehrsleiterin Andrea Friedli vor der grünen Tafel. srf

Anspruchsvoller Beruf

Die Zugverkehrsleiter haben einen anspruchs- und verantwortungsvollen Beruf. Es sei zwar nicht so, dass man mit einem kleinen Fehler eine Zugkatastrophe auslösen könne, erklärt Friedli. Aber man sei verantwortlich dafür, dass der Betrieb des Hauptbahnhofs reibungslos laufe. Das bedeutet aber auch unregelmässige Arbeitszeiten, auch am Wochenende. Denn im Stellwerk herrscht ein 24-Stunden-Betrieb. Nachdem der letzte Personenzug weggefahren ist, müssen die Zugverkehrsleiter die vielen nächtlichen Bauarbeiten auf den Gleisen koordinieren.