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Zürich Schaffhausen Das ist der «Entköppler»

Mit seiner Aktion gegen SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel am Theater Neumarkt hat Künstler Philipp Ruch für heftige Reaktionen gesorgt. Der professionelle Provokateur zeigt sich erstaunt.

Legende: Audio «Philipp Ruch: «Man nimmt das offenbar sehr ernst»» abspielen. Laufzeit 1:52 Minuten.
1:52 min

«Hetzerisch» nannte die Stadtzürcher SVP die Aktion am Theater Neumarkt, die FDP fand sie «würdelos», Hauptsponsor Migros «primitiv», und sogar Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch fand, damit sei «eine rote Linie überschritten» worden (siehe Artikel rechts).

Der «Entköppler» sieht kein Problem

Verantwortlich für die umstrittene Aktion «Schweiz entköppeln» ist Künstler Philipp Ruch vom sogenannten «Zentrum für politische Schönheit». Der 35-Jährige, der bereits letztes Jahr zur Tötung Roger Köppels aufgerufen hatte, erklärte seine umstrittene Aktion am Donnerstagabend an einem Vortrag im Theater Neumarkt.

Im Interview mit dem «Regionaljournal» zeigte er sich erstaunt, dass die Aktion solche Reaktionen ausgelöst hatte: «Man nimmt das offenbar sehr ernst.» Philipp Ruch beruft sich auf die «Kunstfreiheit in diesem Land»: «Ich glaube nicht, dass sich nur einer dieser Politiker dazu äussern dürfte.»

Verwaltungsrat intervenierte

Etwas offener für die Kritik zeigte sich Thomas Busin, Verwaltungsratspräsident des Neumarkt-Theaters. Nach der öffentlichen Kritik suchte er das Gespräch mit der Neumarkt-Leitung: «Wir haben darin ganz klar gemacht, wo wir die Grenzen sehen. Das hat die Theaterleitung verstanden.» Gemeinsam mit Philipp Ruch werde jetzt ein Weg gesucht, dass es sich immer noch um Theater handle, so Busin: «Denn man darf nicht vergessen, dass wir hier immer noch von Theater reden.»

26 Kommentare

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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Wer schwätzte und dozierte in der öffentlichen Schweiz gerne regelmässig von Neid? He? Wie kann man was beneiden, was einen nur nervte?
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Kotzbrockenkünstler haben auch ihre Daseinsberechtigung.
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    Da hat es Max Frisch besser gemacht, finde ich, er stellte z.B. diese Frage: "Wie heisst der Politiker, dessen Tod durch Krankheit, Verkehrsunfall usw. Sie mit Hoffnung erfüllen könnte? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?" Antworten gibt Frisch keine. Und die nächste Frage lautet bereits: "Wen, der tot ist, möchten Sie wiedersehen?" Und: "Wen hingegen nicht?" (aus: Fragebogen). Das ganze Büchlein löchert einen mit Fragen aller Art u. hinterlässt wohl mehr Fragen als Antworten zu div. Themen.
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