Das Landesmuseum im neuen Kleid

Seit zehn Jahren wird das Landesmuseum in Zürich saniert und erweitert. Am Wochenende wird nun der Erweiterungsbau feierlich eingeweiht. Mit einer Nacht der offenen Türe und einem Fest für die ganze Bevölkerung.

Er wurde kontrovers diskutiert: der Erweiterungsbau für das Landesmuseum. Für die einen ist es ein hässlicher Betonklotz, die anderen sind begeistert von der expressiven Architektur des Basler Architektenduos Christ und Gantenbein.

Ein Weg mit vielen Hürden

Dass das Landesmuseum den Erweiterungsbau brauchte, war unbestritten. Um den Standort und die Gestaltung gab es aber ein jahrelanges Gezerre, musste dem Erweiterungsbau doch ein Teil des Platzspitz-Parkes geopfert werden. Die Volksabstimmung über die Landabtretung ging in der Stadt Zürich denn auch eher knapp aus. Gross war hingegen die Zustimmung der Stimmberechtigten des Kantons Zürich zu einem 20-Millionen-Kredit aus dem Lotteriefonds für den Erweiterungsbau.

Ein Fest für alle

In das «Jahrhundertprojekt», wie es das Landesmuseum selber nennt, haben die öffentliche Hand und verschiedene Stiftungen insgesamt 111 Millionen Franken investiert. Deshalb ist auch die ganze Bevölkerung zum Fest geladen. Es beginnt am 31. Juli um 18 Uhr mit einem Festakt. Danach bleibt das Landesmuseum die ganze Nacht und den folgenden 1. August für Jung und Alt geöffnet.

Neben den neuen Ausstellungsräumen im Erweiterungsbau gibt es im Landesmuseum nun auch ein Studienzentrum, das Bindeglied zwischen dem Sammlungszentrum in Affoltern am Albis und dem Museum. Im Hof werden die Gäste in einem Bistro, einer Bar und einem Restaurant bewirtet.

Furioser Start

Zum Auftakt präsentiert das Landesmuseum im Neubau gleich zwei neue Ausstellungen. Die Ausstellung «Europa in der Renaissance. Metamorphosen 1400 – 1600» im Landesmuseum Zürich erzählt von einer Epoche des internationalen und kulturellen Austauschs und von revolutionären Neuerungen. «Archäologie Schweiz» ist die erste Dauerausstellung im Neubau des Landesmuseums Zürich. Sie präsentiert die Hinterlassenschaft der Pfahlbauer, Kelten, Römer und Alemannen in der Schweiz.

Mit der Einweihung des Neubaus hat die Bauerei auf dem Areal des Landesmuseums aber noch kein Ende. In den nächsten Jahren sollen nun auch noch der West- und der Ostflügel des Altbaus saniert werden.

Der Weg zum neuen Landesmuseum

2002
Die Architekten Christ & Gantenbein gewinnen den Wettbewerb für die Sanierung und den Erweiterungsbau
2006 - 2009
Sanierung des Bahnhofflügels
13.06.2010Abstimmung in der Stadt Zürich über die Abtretung des Landes (54,2 % Ja)
13.2.2011Kantonale Abstimmung über den 20-Millionen-Kredit für den Erweiterungsbau (62,3 % Ja)
2012Beginn der Vorarbeiten für den Erweiterungsbau
30.4.2013Grundsteinlegung
2013 - 2014
Sanierung des Kunstgewerbeschulflügels
2014 - 2015
Sanierung des Hofflügels und des Innenhofes
2016Rückbau des Provisoriums und Umgebungsarbeiten
31.7. -1.8.2016
Einweihungsfest für die Bevölkerung
2017 - 2020
Sanierung West- und Ostflügel