Das Schaffen von Albert Anker im Kontext seiner Zeit

Albert Anker ist der herausragende Vertreter des Realismus in der Schweiz. In einer grossen Ausstellung zeigt das Museum Allerheiligen Schaffhausen nun sein Schaffen, eingebettet in den künstlerischen Kontext des 19. Jahrhunderts.

Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, aber auch Erinnerungsstücke und Requisiten Albert Ankers und seiner Zeitgenossen: Für die Ausstellung hat das Museum Allerheiligen 270 Exponate zusammengetragen, darunter über 70 Originalwerke des grossen Berner Künstlers. In zwölf Kabinetten wird der historische und kulturelle Kontext seines Schaffens vertieft. Das Museum hat dafür auch überraschende Werke ans Licht geholt, die sonst ihr Dasein im Depot fristen. Und gewichtige Leihgaben ergänzen die eigenen Bestände.

Eine Atmosphäre wie im Paris des 19. Jahrhunderts

Allerheiligen- Direktor Peter Jezler vor einigen Exponaten der Ankerausstellung in seinem Museum

Bildlegende: Allerheiligen- Direktor Peter Jezler zeigt die Exponate im Stil eines Pariser Salons des 19. Jahrhunderts. SRF

Ein speziell inszenierter Raum präsentiert eine klassische Salon-Hängung: Dicht an dicht bedecken die Bilder den ganzen, tiefrot gehaltenen Saal. Der «Salon» mit Tausenden von teilnehmenden Künstlern und mehr als einer halben Million Besucher war das jährliche Frühjahrsereignis von Paris. Mit dem Bild «Schreibunterricht» gewann Anker im Jahr 1866 dort eine Goldmedaille.

Anker war aber nicht nur erfolgreich im Kunstmarkt, er war auch eine politisch engagierte Persönlichkeit. So war er zum Beispiel ein Anhänger von Pestalozzis Reformpädagogik. Anhand von eindrücklichen Zeugnissen zeichnet das Museum Ankers Wirken in seinem Heimatdorf Ins und in der Kunstmetropole Paris nach.