Daten sammeln für ein fittes Gesundheitssystem

Rund 20'000 Zürcherinnen und Zürcher sollen über einen Zeitraum von 25 Jahren Daten über ihren Gesundheitszustand und Lebensstil liefern. Der Regierungsrat verspricht sich, dank dieser Langzeitstudie das Gesundheitswesen zu verbessern.

Zwei Männer mit verschwitzten T-Shirts rennen entlang einem See.

Bildlegende: Alles für ein gutes Gesundheitswesen: Nach dem Joggen am Zürichsee die Daten gleich dem Kanton übermitteln. Keystone

Die gross angelegte Beobachtung der Zürcher Bevölkerung heisst «HoPP Zürich». Dieser Ausdruck soll nicht nur mögliche Probandinnen und Probanden motivieren, an der Langzeitstudie teilzunehmen, sondern steht für «Health of Population Project Zurich».

Der Zürcher Regierungsrat will auf Grundlage dieser Daten das Gesundheitswesen besser auf die Bevölkerung zuschneiden. Oder wie Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger formuliert: «Die Gesundheitsversorgung soll sich an den Bedürfnissen der Leute ausrichten. Darum interessiert es mich, wie die Leute leben.» Von rund 20'000 Personen sollen darum Daten gesammelt werden – und zwar über 25 Jahre hinweg. Denn was der Forschung fehle, seien Langzeitdaten, so Thomas Heiniger: «Wir haben viele Momentaufnahmen, punktuelle Daten. Aber es fehlen Verlaufsdaten über eine lange Periode, an denen man Entwicklungen ablesen kann.»

Zusammen mit der Universität Zürich

Deshalb wage der Kanton Zürich nun diesen Schritt und probe als erster Kanton eine solche Forschung. Geleitet wird das Projekt «HoPP Zürich» vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) der Universität Zürich. Dieses hat bereits breite Erfahrung mit ähnlichen Datenbanken, etwa dem Krebsregister der Kantone Zürich und Zug, sowie dem nationalen Herzinfarktregister.

Die geschätzten Kosten für die ersten zehn Jahre der Gesundheitsplattform belaufen sich auf rund 31 Millionen Franken. Aus dem Lotteriefonds soll das Projekt 20 Millionen Franken erhalten. Diesen Betrag hat der Regierungsrat dem Kantonsparlament beantragt. Nach Ablauf dieser Unterstützung müsse «HoPP Zürich» durch andere Mittel finanziert werden.