Denkzettel fürs Triemli-Spital

Das neue Bettenhaus ist seit dem 1. April in Betrieb und hat die Finanzen des Stadtspitals aus dem Lot gebracht. Doch das Zürcher Stadtparlament verweigert dem Spital die geforderten 15 Millionen Franken an zusätzlichem Geld. Es will zuerst eine Strategie sehen.

Moderner Glasbau: Triemli-Neubau

Bildlegende: Der Triemli-Neubau koste die Stadt Zürich zu viel, findet das Parlament. zvg/Stadt Zürich

Der Umzug ins neue Bettenhaus ist das Spital teurer zu stehen gekommen als geplant. «Man hat falsch budgetiert, zu ehrgeizig budgetiert», hat die zuständige Stadträtin Claudia Nielsen im Parlament zugegeben.

Der Umzug ist aber bloss das kleinere Problem. Das neue Bettenhaus rechnet sich bisher auch nicht. Die zusätzlichen Einnahmen sind spärlicher ausgefallen als budgetiert, die Kosten hoch. Um die Finanzen kurzfristig einigermassen in den Griff zu bekommen, hat das Triemli-Spital einen Personalstopp verfügt. Der Stadtrat beantragte beim Parlament zusätzliche 15,4 Millionen Franken.

Knappe bürgerliche Mehrheit

Zuerst müsse die Stadt eine Strategie vorlegen, wohin sie mit dem Triemli-Spital wolle und wie sie die Finanzen in den Griff bekomme, ärgerten sich die bürgerlichen Parteien. Und so lange diese Strategie nicht auf dem Tisch liege, gebe es kein zusätzliches Geld.

Die linke Ratsseite vermutete dahinter etwas Anderes: Die bürgerlichen Parteien wollten das Stadtspital einmal mehr auslagern, sagten sie.

Eine knappe Mehrheit aus SVP, FDP, GLP und CVP verweigerte dem Spital schliesslich die Budgeterhöhung. Sie gewann die Abstimmung mit 62:59 Stimmen.