Der Computer-Recycler

Andreas Rudin möbelt alte Computer auf und verlängert damit ihr Leben. Mit seinem Verein Revamp-it betreibt er in Zürich eine Computerwerkstatt, in einer ehemaligen Bankfiliale Rudins Service bedeutet auch eine Kritik an den grossen Computerkonzernen.

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Ein Besuch in Andreas Rudins Werkstatt

4:49 min, aus Schweiz aktuell vom 4.9.2014

70 Tonnen ausgediente Computer stehen im Keller eines Zürcher Bürogebäudes. Eigentlich waren sie für den Müll bestimmt. Andreas Rudin rettete sie davor. «Bei alten Computern sind viele Ersatzteile noch voll intakt, deshalb können wir sie wiederverwerten». Er nennt dies funktionelles Recycling.

Mit seinem Verein «Revamp it» flickt Rudin nicht nur Computer, sondern verlängert auch deren Lebensdauer. «Computer halten locker 10 bis 15 Jahre», sagt er. « Die grossen Computerkonzerne zwingen ihre Konsumenten durch speicherfressende Updates, dass Computerbenützer nach wenigen Jahren ein neues Gerät kaufen müssen». Rudin und seine 10 Mitarbeiter haben ein einfaches Rezept dagegen. Sie installieren bei den langsam gewordenen Computern das freie Betriebssystem Linux und machen die Computer wieder leistungsfähig.

Computerflicken in einer Bank

«Revamp it» heisst so viel wie Neues Leben einhauchen oder aufmöbeln. Seinen gemeinnützigen Verein hat Rudin vor 10 Jahren mitgegründet. Er beschäftigt auch Sozialhilfe-Bezüger und Asylbewerber. Seine Mitarbeiter haben eines gemeinsam: Es sind alles Computerfreaks. Bis an die Decke vollgestopft mit Computern und Ersatzteilen war ihre Werkstatt auf dem Zürcher Zeughausareal. Ein Paradies für Bastler.

Im Sommer musste der Verein umziehen und bietet seine Dienste nun in einer ehemaligen Filiale der Zürcher Kantonalbank an. Die Bankschalter stehen noch und auch der Banktresor. Er wird für die Aufbewahrung der Kundengeräte benutzt. «Dass wir nun hier sind, passt irgendwie zu uns», sagt Rudin. «Wir recyceln Computer und hauchen auch dieser Bank wieder neues Leben ein.»