«Der Kanton könnte 20 bis 40 Prozent übernehmen»

Raphael Golta (SP), seit Mai Sozialvorsteher der Stadt Zürich, will den Kanton bei den Sozialkosten in die Pflicht nehmen. Ausserdem reagiert er als Regionaljournal-Wochengast auf die Kritik, er habe eine schönfärberische Bilanz zum umstrittenen Strichplatz präsentiert.

Seit die Regierung nach den Sommerferien Mitte August ihre Arbeit wieder aufgenommen hatund die Ämter wieder offen sind, hat der neue SP-Sozialvorsteher Raphael Golta schon ein paar Mal von sich reden gemacht. Ein Thema sind die stetig wachsenden Sozialkosten.

So will Raphael Golta beispielsweise den Kanton mehr in die Pflicht nehmen. Die Sozialkosten sollen solidarisch aufgeteilt und Städte wie Zürich und Winterthur entlasten werden. «Der Kanton müsste nicht gerade 100 Prozent der Kosten übernehmen, aber 20, 30 oder 40 Prozent», so Golta. Es sei aber nicht so, dass sich Zürich aus der Verantwortung stehlen wolle.

Strichplatz: Teurer als angenommen

Seine äusserst positive Bilanz zum umstrittenen Strichplatz in Zürich-Altstetten verteidigt Raphael Golta. Der Strassenstrich habe sich beruhigt, die Prostitution sei menschenwürdiger geworden. Dass die Betreuung der Prostituierten massiv mehr koste als angenommen, gehöre halt dazu, wenn man völlig neue Ideen realisiere. Wie der Zürcher Gemeinderat über die Mehrkosten denkt, wird sich während der Budgetdebatte im Dezember zeigen.