Call Center Le Corbusier Der Mensch am anderen Ende der Leitung

Im Pavillon Le Corbusier in Zürich ist für neun Wochen ein Call Center aus dem Kosovo eingerichtet. Als Kunst-Projekt. Dadurch sollen die Menschen am anderen Ende der Telefonleitung ein Gesicht bekommen.

Ein Haus mit Betondach und grossen Glasfronten durchsetzt mit roten, gelben und weissen Platten.

Bildlegende: Der Pavillon Le Corbusier ist temporär ein Call Center. Keystone

Diese Telefonanrufe kennt jeder und jede: Ein Call Center, das eine Umfrage machen will. Solche Anrufe sind für viele ein Ärgernis. Oder man muss eine «0800» Nummer wählen, um eine Auskunft zu erhalten und hängt in einer Warteschlaufe, auch das kann nerven.

Der Stimme ein Gesicht geben

Am anderen Ende dieser Telefonverbindungen stehen aber Menschen. Ein Kunstprojekt will nun genau diesen Menschen am anderen Ende der Leitung ein Gesicht geben. Im Pavillon Le Corbusier in der Stadt Zürich ist deshalb für neun Wochen ein Call Center eingerichtet.

Von Pristina nach Zürich ausgelagert

Die 16 Frauen und Männer, die im Pavillon Le Corbusier Telefonanrufe entgegennehmen und Auskunft geben, kommen aus dem Kosovo. Ihr normaler Arbeitsort ist die kosovarische Hauptstadt Pristina, dort, wo das Call Center seinen Sitz hat. Nun arbeiten sie für ein paar Wochen am Zürichsee, zeigen ihre Arbeit der Öffentlichkeit und zeigen ihr Gesicht zur Stimme.

Alte Heimat und neue Heimat

Das Kunstprojekt will aber noch mehr: Es will dem Publikum den Blick nach Pristina ermöglichen. Viele der Frauen und Männer, die beim Call Center in Pristina arbeiten, sprechen deutsch. Sie sind während des Balkankrieges in die Schweiz gekommen, sind hier aufgewachsen und haben das Land wieder verlassen Richtung Kosovo. Nun sind sie zurück für neun Wochen mit ihrer Tätigkeit im Rahmen des Kunstprojektes.