«Der Ruf der Universität Zürich hat gelitten»

2012 war ein schwieriges Jahr für die Universität Zürich: die Affäre Mörgeli, die Doktorarbeiten der Mediziner, die Berufung deutscher Professoren. Dennoch ist Rektor Andreas Fischer überzeugt: «Wir sind gut unterwegs.» Und erklärt, weshalb besondere Umstände für die Probleme verantwortlich sind.

Rektor Andreas Fischer im Profil.

Bildlegende: Musste zu viel Unangenehmem Stellung nehmen: Uni-Rektor Andreas Fischer. Keystone

Eigentlich wollte die Universität Zürich ihre Zahlen präsentieren und die Forschungsschwerpunkte für das nächste Jahr vorstellen. Nach dem turbulenten letzten Jahr interessierten an der Jahresmedienkonferenz aber vor allem die Themen, mit denen die Universität im Jahr 2012 wider Willen Schlagzeilen gemacht hatte.

«Der gute Ruf der Universität Zürich hat gelitten», gibt Rektor Andreas Fischer zu. «Aber nur kurzfristig», ist er überzeugt. Die Universität Zürich beschäftige 8000 Personen. Und wo so viele Leute arbeiteten, da gebe es halt auch Probleme, so Fischer.

Problem Nummer eins: Affäre Mörgeli

Die Universität hatte den SVP-Nationalrat entlassen, weil seine Leistungen als Kurator des medizinhistorischen Museum nicht genügten und wegen mangelnder Loyalität.

«  Dieser Fall hat Dimensionen angenommen, die weit über das hinaus gehen, was er verdient.  »

Andreas Fischer
Rektor der Universität Zürich

Und zwar vor allem wegen der «besonderen Umstände», das heisst, weil Christoph Mörgeli ein bekannter Politiker sei.

Problem Nummer zwei: die 100 Millionen Franken Spende der UBS

Hier sagt Rektor Fischer: «Wie beim Fall Mörgeli geben die Umstände der Spende eine besondere Prominenz.» Und zwar, weil die Summe so hoch sei und die UBS selbst ein Reputationsproblem habe. Fischer betont aber: «Die Unabhängigkeit der Forschung ist nicht gefährdet.»

Problem Nummer drei: Deutscher Medienprofessor

Die Uni sucht einen neuen Professor für Schweizer Medienforschung - und hat nur deutsche Kandidaten. Den Vorwurf, die Uni tue zu wenig für den eigenen Nachwuchs, lässt Fischer aber nicht gelten. «Wir haben unglaublich viel für den Nachwuchs getan. Da habe ich gar kein schlechtes Gewissen.»

Blick nach vorne

Alles in allem findet Fischer deshalb: «Wir sind gut unterwegs.» Für das Jahr 2013 hat die Universität ihre Forschungsschwerpunkte vorgestellt. Acht solche Schwerpunkte lanciert die Universität Zürich und will damit ihr Profil als Forschungsinstitution im globalen Wettbewerb schärfen. 

Die Universität setzt etwa auf die Altersforschung - und zwar nicht auf altersbedingte Krankheiten wie Demenz, sondern auf das gesunde Altern. Auch die Energie steht für die Universität im Zentrum: mittels natürlicher Fotosynthese wollen die Forschenden der Universität Sonnenlicht in Wasserstoff speichern.