Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen Der Streit ums Gaswerk-Areal am Schaffhauser Lindli

Die Schaffhauser Stadtwerke SH Power sollen einen Neubau am Stadtrand erhalten. Es ist praktisch sicher, dass das 18 Millionen Franken teure Projekt die Hürde der Volksabstimmung am 5. Juni nimmt. Heftig umstritten ist allerdings die Frage, was mit dem bisherigen Werkhof am Rheinufer passiert.

Teil des 15'000 Quadratmeter grossen Areal mit dem markanten Gasspeicher der städtischen Werke.
Legende: Das 15'000 Quadratmeter grosse Areal mit dem markanten Gasspeicher der städtischen Werke liegt fast direkt am Rhein. SRF

Die Stadt Schaffhausen will nach dem geplanten Umzug der Stadtwerke an den Stadtrand das heutige Gaswerk-Areal an der Rheinuferpromenade Lindli verkaufen. Private Investoren könnten dort hochwertige Wohnungen an schönster Lage für neue, gute Steuerzahler bauen. So die Idee. Ausserdem lasse sich eine Neuverschuldung der Stadt wegen des Neubaus von SH Power nur mit einem Verkauf des alten Areals vermeiden.

«Areal gehört der Stadtbevölkerung»

Mit dieser Argumentation sind die Mitte-Links-Parteien nicht einverstanden. «Es kann doch nicht sein, dass die Stadt Land verkaufen muss, damit sie sich eine Infrastruktur leisten kann», kritisiert Grossstadtrat Urs Tanner (SP). Er macht sich für eine Abgabe im Baurecht stark. Das Areal am Lindli gehöre der Stadtbevölkerung. «Es darf jetzt nicht zu einem Preis verschleudert werden, den wir in ein paar Jahren wahrscheinlich bereuen.» Das über 15'000 Quadratmeter grosse Grundstück am Rheinufer wird momentan auf einen Wert von mindestens 16 Millionen Franken geschätzt.

«Keine strategische Bedeutung»

Tanners Ratskollege Hermann Schlatter (SVP) unterstützt hingegen die Haltung des Stadtrats. Er ist für den Verkauf. Immer alles zu behalten, könne sich die Stadt nicht leisten. Und beim Gaswerk-Areal macht es für Schlatter erst recht keinen Sinn: «Dieses Grundstück hat keinerlei strategische Bedeutung für die Stadt Schaffhausen.» Abgesehen davon bleibe das Land selbst ja auch bei einer Abgabe im Baurecht nicht erhalten: «Dann wird das Land ebenfalls überbaut und ist für die nächsten 100 Jahre blockiert.»

Die Parolen:

Für den Verkauf: SVP, FDP, CVP, EVP, EDU

Fürs Baurecht: SP, AL ÖBS, GLP

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Wer sich in Schaffhausen nur etwas auskennt, der weiss, das besagte Areal lieg an prominenter Lage. Sicherlich kein Ort für sozialen Wohnungsbau! Folglich würde bei einer Ablehnung zur Verkaufsvariante ein Baurecht begründet, welches reiche Stockwerkeigentümer zu günstigen Konditionen eine schöne Wohnung beschert.Solche Baurechte fallen niemals zurück an den Eigentümer, oder dann nur mit horrenden Heimfallentschädigungen. Was ein grosser Verlust für die Stadt wäre! Kein Plan, liebe SP Schaffh.!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Niklaus Bächler (SVP-Hinterfrager)
    Urs Tanner SP scheint die Baurechtsmechanismen einfach nicht verstehen zu wollen.Mit dem Baurecht ist das Land für sicher 100 Jahre weg vom Markt.Der Landwert & die Verzinsung des Baurechtes der öffentlichen Hand ist markant tiefer als der Markt. Ergo will SP Tannen die Quersubventionierung,sowie vergünstigtes Wohnen für Reiche in SH fördern.Der Verkauf ist die richtige Wahl,selbst wenn dies der SP-ler partout nicht verstehen will oder kann!Baurecht ist komplex, zu komplex für den Politiker!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen