Unfallzahlen Schaffhausen Der Unfall im Fäsenstaubtunnel trübt die Bilanz

Allein bei diesem Unfall gab es 16 Verletzte und eine Frau kam ums Leben. Die Schaffhauser Polizei und das Bundesamt für Strassen (Astra) ziehen nun Lehren aus diesem Unfall.

Unfallfoto der Polzei: Im Tunnel steht ein PW auf dem Dach eines anderen, dahinter ein Lastwagen.

Bildlegende: Der grösste Unfall in 20 Jahren: Im Fäsenstaubtunnel kollidierten vier Personenwagen, ein Lastwagen und ein Reisecar. zvg/Schaffhauser Polizei

Die wichtigsten Zahlen:

  • Im letzten Jahr wurde die Schaffhauser Polizei zu 478 Verkehrsunfällen gerufen (+17). Bei diesen Unfällen starben zwei Personen (-1), 213 wurden verletzt (+11).
  • Die meisten Unfälle passierten wegen Missachtung des Vortrittsrechtes (27,1 %), auf Platz zwei und drei der Rangliste der Unfallursachen liegen «Unaufmerksamkeit und Ablenkung» (15,3 %) und «Nichtanpassen / -einhalten der Geschwindigkeit» (14,1 %).
  • Rückläufig waren die Unfälle wegen Fahrens unter dem Einfluss von Alkohol. Verzeigungen wegen Fahrens unter Drogeneinfluss nahmen hingegen zu.
  • Stark beeinflusst wurde die Statistik durch den schweren Unfall im Fäsenstaubtunnel im Oktober 2016: Bei diesem Unfall mit sechs beteiligten Fahrzeugen – darunter ein Reisecar – verlor eine Frau ihr Leben, 16 weitere Personen wurden verletzt.

Die Kollision im Fäsenstaubtunnel ist für Schaffhauser Verhältnisse eine Ausnahme: Der schwerste Unfall in den letzten 20 Jahren, wie die Schaffhauser Polizei bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik 2016 festhält. Ohne diesen Unfall wären im letzten Jahr im Kanton Schaffhausen weniger Leute bei Verkehrsunfällen verletzt worden, als im Jahr zuvor.

Mehr Licht und eine bessere Beleuchtung

Die Schaffhauser Polizei zieht deshalb Konsequenzen: Der zweispurige Stadttunnel soll sicherer werden. Die Eingaben beim Bund sind gemacht und sollen in diesem Jahr umgesetzt werden. Allein die Beleuchtung soll für mehrere Millionen Franken verbessert werden, erklärt Martin Tanner, Chef der Schaffhauser Verkehrspolizei, gegenüber dem «Regionaljournal».

Massnahmen gibt es auch bei der Lüftung, damit die Autoscheiben weniger beschlagen. Und die Wände sollen in einer helleren Farbe gestrichen werden. Für die Arbeiten muss der Tunnel in diesem Jahr mehrfach für den Verkehr gesperrt werden.

«  Wir werden in diesem Jahr knapp hundert Schliessungen haben. »

Martin Tanner
Chef der Schaffhauser Verkehrspolizei

Alle Risiken lassen sich auch mit diesen Massnahmen nicht ausschliessen. Die Polizei appelliert deshalb auch an die Selbstverantwortung der Menschen hinter dem Steuer, dass sie vorsichtiger fahren und auf alles gefasst sind.