Der Weg zur Velostadt ist mit vielen Hindernissen gepflastert

Von fehlenden Abstellplätzen über Diskussionen zu Verbindungsrouten bis zu gescheiterten Projekten: Die vielen Probleme rund ums Velo in der Stadt Zürich bescherten dem Gemeinderat einmal mehr eine hitzige Debatte.

Ein Velofahrer in der Stadt Zürich steht an einem Fussgängerstreifen

Bildlegende: Viele (Velo)wege führen ans Ziel. Der Gemeinderat muss sich unter anderem darüber einig werden, welche sinnvoll sind. Keystone

Die Stadt Zürich soll eine Velostadt werden – spätestens seit der Zürcher Stadtrat im Herbst 2012 seinen Masterplan Velo vorgestellt hat, ist diese Absicht jedermann bekannt. Bekannt sind auch die vielen Probleme, die sich dieser Absicht in den Weg stellen:

Velostation am Bahnhof Stadelhofen in weiter Ferne

Da wäre zum Beispiel die geplante Velostation am Bahnhof Stadelhofen mit 1000 Abstellplätzen. 2006 gab das Parlament den Auftrag dazu. Bis heute gibt es aber noch nicht einmal ein Projekt. Nur einen Bericht, den der Stadtrat gestern vorgelegt hat. Das Problem: Es gibt zu wenig Platz. Der einzige Standort, der aus Sicht des Stadtrates in Frage kommt, liegt an der Kreuzbühlstrasse 1, beim Café Mandarin. Die Verhandlungen mit der Eigentümerin sind aber noch im Gang. Nötig ist auch eine Entlassung des Objekts aus dem Inventar des Denkmalschutzes.

Dafür musste der Stadtrat reichlich Kritik einstecken, von links bis rechts. Sie glaube nicht mehr recht an die Realisierung, monierte zum Beispiel Marianne Aubert von der SP. Und die FDP kritisierte, dass der Denkmalschutz offenbar keine Rolle spiele, wenn es um ein den Linken genehmes Projekt gehe.

Zusätzlich drehte sich die Debatte um die Priorisierung von verschiedenen Verbindungsrouten zwischen den Kreisen 4 und 5, die durch das Gleisfeld getrennt sind. Gegen den Willen von SVP und FDP forderte das Parlament vom Stadtrat einen Bericht dazu an.

Prestigebau Negrellisteg durch die Hintertür versenkt

Als Schlusspunkt versenkten die Grünen ein Projekt ihrer ehemaligen Stadträtin Ruth Genner: den 40 Millionen Franken teuren Negrellisteg über das Gleisfeld beim Hauptbahnhof. Das von ihr im April 2011 angekündigte Projekt wurde von der Stadt gut ein Jahr später auf unbestimmte Zeit verschoben. Weil es wichtigere Projekte gebe, fanden die Grünen nun, sollten doch Private den Steg bezahlen. Als «historischen Moment» bezeichneten die Grünen selbst diese Idee, als «skurril und bizarr» die Bürgerlichen. Trotzdem unterstützten sie den Vorstoss.