Der Zyklop in Winterthur ist erwacht

Akrobatik, Tanz, Clownerie und mitten drin der Zyklop, eine Maschine nach dem Vorbild von Jean Tinguelys Eisenplastik. Die Show «Cyclope» ist eine Hommage an Tinguely und gleichzeitig ein Spektakel, das die Winterthurer Sulzer Halle 52 zum Leben erweckt. Die Rahmenhandlung ist aber etwas dünn.

Eine Akrobatin auf einer Lippe in der Luft, dahinter eine Plastikplane, darüber ein Auge.

Bildlegende: Das Publikum war von der Show «Cyclope» begeistert. Keystone

17 Meter gross, 30 Tonnen schwer - ein Ungetüm aus Stahlstangen, Rädern, Leitern und Plastik. Der Zyklop ist das Zentrum der Bühnenshow. Auf ihm, in ihm und neben ihm turnen, tanzen und musizieren die Artisten, meist mehrere gleichzeitig, so dass die Zuschauerinnen und Zuschauer kaum wissen, wo sie hinschauen sollen.

Die Inspiration für die Bühnenshow ist die Tinguely-Skulptur «Cyclope», die der Künstler 1969 in Milly-la-Fôret bei Paris kreiert hat. Und wie bei Tinguelys Skulpturen ist auch der Winterthurer Zyklop stets in Bewegung, raucht, zwinkert und brummt und singt gar vor sich hin.

Das Spektakel ist gelungen, die eineinhalbstündige Show unterhaltsam. Nur die Rahmenhandlung ist etwas dürftig ausgefallen. Die Artisten sind Geister, welche ihre glorreiche Zeit an der Chilbi wieder aufleben lassen. Wer «Cyclope» mit ähnlichen Shows, zum Beispiel «Karls Kühne Gassenschau», vergleicht, dürfte etwas entäuscht sein. Dem Publikum gefiels trotzdem. Es honorierte die Show mit einer Standing Ovation.

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