Dicke Luft zwischen der Deutschen Bahn und Schaffhausen

Die neue Schaffhauser S-Bahn im Klettgau behindert nach Ansicht der Deutschen Bahn die Schnellzüge zwischen Ulm und Basel. Die DB rechnet nun mit Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Anschlüsse in Basel seien nicht mehr garantiert. Grund dafür sei, dass die S-Bahn Vorfahrt geniesse.

Bahnhof Schaffhausen mit Thurbo-Komposition.

Bildlegende: Geniesst künftig Vorfahrt gegenüber DB-Schnellzügen: Die S-Bahn am Bahnhof Schaffhausen. SRF

Der Kanton Schaffhausen setzt alles daran, dass seine neue S-Bahn Erfolg hat und pünktlich fährt. Deshalb gilt am Bahnhof Schaffhausen die Weisung, dass die S-Bahn Vorfahrt hat. Dies gilt brisanterweise auch dann, wenn Schnellzüge aus Ulm in Richtung Basel verspätet in Schaffhausen ankommen und weiterfahren wollen.

DB-Netzmanager Daniel Priem kritisierte diese Massnahme an der Schaffhauser Verkehrskonferenz vom Mittwoch: «Sie wird oft dazu führen, dass sich kleinste Verspätungen hochschaukeln bis auf 30 Minuten bei der Ankunft in Basel, nur weil wir in Schaffhausen warten müssen.»

Regierungsrat Reto Dubach hat kein Verständnis für die Kritik und zeigte sich gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» entsetzt: «Ich höre das in dieser Form zum ersten Mal und finde die Haltung der DB nicht akzeptabel.» Auch die deutschen Landkreise würden die angedrohten Verspätungen nicht tolerieren. Nun will man sich nochmals an den Tisch setzen.

Dennoch lässt Dubach nicht mit sich reden, wenn es um das Vortrittsrecht am Bahnhof Schaffhausen geht. Eine flexible Handhabung komme für ihn nicht in Frage. Die Deutsche Bahn müsse ja lediglich dafür sorgen, dass ihre Züge endlich pünktlich in Schaffhausen ankämen, dann könnten sie auch pünktlich weiterfahren.

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