Die Geschwister Stefanini übernehmen das Ruder

Der Machtkampf um das Millionenerbe des Winterthurer Kunstsammlers Bruno Stefanini geht in eine neue Runde: Tochter Bettina Stefanini ist neue Stiftungsratspräsidentin, Sohn Vital nimmt neu Einsitz im Stiftungsrat. Der bisherige Stiftungsrat ist überrascht und will dagegen vorgehen.

Vital und Bettina Stefanini

Bildlegende: Sie sind neu im Stiftungsrat: Vital und Bettina Stefanini. Keystone

Ein Blick ins Handelsregister bestätigt die Meldung des Winterthurer «Landboten» vom Donnerstag: Die Geschwister Stefanini sind neu im Stiftungsrat der «Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte» ihres 90-jährigen Vaters Bruno Stefanini. Tochter Bettina übernimmt sogar das Präsidium. Zusammen mit ihrem Bruder Vital, Dorothea Messmer (Direktorin des Kunstmuseums Olten), Barbara Stuber und Thomas Wetzel ersetzt sie den gesamten bisherigen Stiftungsrat.

Die Widersacher im Streit um die Macht in der Stiftung sitzen damit nicht mehr im Gremium. Der bisherige Präsident Umit Stamm ist genauso aus dem Handelsregistereintrag der Stiftung gelöscht wie Dora Bösiger, die langjährige Sekretärin von Bruno Stefanini, und Markus Brunner, der Geschäftsführer von Stefaninis Immobilienfirma Terresta AG.

Handstreichartige Übernahme?

Was nach einer Lösung im Stiftungsstreit tönt, ist allerdings keine Einigung. Die Änderung sei hinter dem Rücken des bisherigen Stiftungsrates erfolgt, sagt dessen Sprecher Roland Binz: «Für dem amtierenden Stiftungsrat ist das überraschend und befremdlich.» Bei der Änderung der Einträge handle es sich um ein eigenmächtiges Vorgehen der Nachkommen. Der vom Stifter Bruno Stefanini gewählte Stiftungsrat werde die Situation prüfen und sich zu gegebener Zeit dazu äussern.

Eigenmächtige Änderung wohl zulässig

Tochter und Sohn Stefanini wollten sich noch nicht zu den neusten Entwicklungen äussern. Sie dürfen die Änderungen im Handelsregister aber wohl tatsächlich allein bestimmen. Der umstrittene Passus in der Stiftungsurkunde, der den ganzen Machtstreit ursprünglich ausgelöst hat, hält fest, dass Bruno Stefanini oder seine Nachkommen den Stiftungsrat einseitig ernennen dürfen.

Genau diesen Passus wollte der bisherige Stiftungsrat abändern, und sich neu selbst wählen können. Dagegen haben sich die Nachkommen von Bruno Stefanini seither gewehrt.