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Zürich Schaffhausen «Die Globalisierung hört nicht an der Bahnhofstrasse auf»

Geht es nach der Besitzerin der Liegenschaft an der Zürcher Bahnhofstrasse, Swiss Life, soll Manor kleineren Läden und Büros Platz machen. Vor allem für Ladenflächen wird dort fast jeder Preis bezahlt. Die Entwicklung überrascht den Präsidenten der Vereinigung Bahnhofstrasse nicht.

Fassade des Warenhauses Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse
Legende: Die Zukunft von Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse liegt im Dunkeln. zvg

Der Versicherungskonzern Swiss Life lässt den Vertrag mit Manor per 31. Januar 2014 auslaufen. Man habe Manor zuerst eine Offerte zu «heutigen Marktpreisen» gemacht, sagte Swiss Life Immobilienchef Martin Signer gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Diese habe das Warenhaus jedoch abgelehnt. Manor bezahle heute nur einen «Bruchteil der marktüblichen Miete.»

Schon zu viel Geschirr zerschlagen

Markus Hünig, Präsident der Vereinigung Bahnhofstrasse bedauert, dass der Konflikt nicht im Vorfeld habe gelöst werden können. Er glaubt aber nicht, dass er als Präsident der Vereinigung Bahnhofstrasse noch etwas erreichen könne. «Der Streit ist schon zu weit fortgeschritten, der Fall liegt bereits vor Mietgericht», sagt Markus Hünig gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Swiss Life erhofft sich eine grössere Rendite mit der Vermietung von Ladenfläche an kleinere Shops im Erdgeschoss und im 1. Stock. In den oberen Etagen sollen exklusive Büros für Anwälte, Treuhänder und andere Interessenten entstehen, denen die repräsentative Adresse «Bahnhofstrasse» wichtig ist.

Grosse Ketten bezahlen fast jeden Preis

Laut dem Immobilienexperten Daniel Stocker von Colliers International ist der Markt für exklusive Büros in der City weniger gut als auch schon. Dennoch, meint Stocker gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», könnte das Vorhaben von Swiss Life aufgehen: Dies deshalb, weil grosse Ketten fast jeden Preis bezahlen würden, um an der Zürcher Bahnhofstrasse einen «Flagshipstore» etablieren zu können.

«Die Globalisierung hört halt nicht an der Bahnhofstrasse auf,» meint Markus Hünig dazu pragmatisch. Es gebe aber nicht nur die Bahnhofstrasse, sondern auch eine attraktive Nachbarschaft. Auch dort gebe es freie Ladenflächen.

Bis das Warenhaus Manor auszieht, könnte es dennoch noch Jahre dauern. Manor setzt sich gegen die Kündigung vor Gericht zur Wehr und kämpft für eine Verlängerung des Vertrags.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Margrit Holzhammer, 8903 Birmensdorf
    Schade, die Bahnhofstrasse baut sich immer mehr ab. Früher gab es renomierte Geschäfte wie Handar, Wollen Keller, Modelia, Oscar Weber, Sequin Dormann, Ditting... Heute schiesst ein Billigladen nach dem anderen aus dem Boden.
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  • Kommentar von Anatol Zenker, 8610 Uster
    Bald ist die Bahnhofstrasse zu Tode gentrifiziert, dann kann man bald einen Hag darum machen und Gesichtskontrollen einführen, d.h. nur noch finanzielle Topshots und Luxustouristen reinlassen - langweilig, langweilig, langweilg - Bünzli-Firmen wie Swiss Live sei dank, null Fantasie, null Kreativität, null Originalität - einfach nur abkassieren.. das ist die Stalinisierung des Kapitalismus, mehr als mentale Stagnation kann dabei nicht herauskommen, im besten Fall!
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  • Kommentar von Wirtschaftskanzlei Michael Räumelt, Zillis
    Genau! Hier liegt das Geld der Versicherten Mio. 100 Sanierung (meistens wird es mehr) monatelanger Leerstand ( null Miete). Logischerweise auch keine Renditen für die Anlegergelder Wie viele Jahre werden benötigt damit das Geld der Versicherten eine sichere (wie hoch) Rendite (wenn überhaupt) wieder erwirtschaftet. Auf diesen Businessplan muss man genau hin bzw. dann weg schauen!!
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