«Die Hülfsgesellschaft braucht es mehr denn je»

Vor genau 200 Jahren wurde die Hülfsgesellschaft Schaffhausen gegründet. Anlass war eine Hungersnot 1816. Der Verein bewirkt bis heute viel Gutes: So hilft er zum Beispiel aus, wenn ein Kind eine Zahnspange braucht oder ins Ferienlager will, sich die Familie dies aber nicht leisten kann.

In der Schaffhauser Gassenküche bereitet das Team das Mittagessen vor.

Bildlegende: In der Schaffhauser Gassenküche bereitet das Team das Mittagessen vor. Die Hülfsgesellschaft ist Hauptsponsorin. SRF

Die Hülfsgesellschaft Schaffhausen ist selten offen sichtbar. Und doch gibt sie jedes Jahr gut eine Viertelmillion Franken aus, um in der Region Menschen in Not zu helfen. So ist die Hülfsgesellschaft auch Hauptsponsorin der Gassenküche und mit ihr bis heute eng verbunden. Bedürftige, Randständige, generell Menschen in schwierigen Lebenslagen erhalten in der Gassenküche für 5.50 Franken täglich eine warme Mittagsmahlzeit.

Auslöser: Hungersnot in der Schweiz

Mit der Ausgabe von Suppe fing im Jahr 1816 alles an. Wegen des gewaltigen Ausbruchs eines indonesischen Vulkans fiel auch in Mitteleuropa die Ernte aus, es kam zu einer Hungersnot.

«Was die Gassenküche macht, ist bis heute im Sinn und Geist der Hülfsgesellschaft», sagt deren Präsident Urs Krebser. Die Gassenküche ist aber nur eine von vielen Institutionen, die aktiv von der Hülfsgesellschaft unterstützt wird. Der Verein springt überall dort ein, wo der Sozialstaat nicht hilft oder helfen kann. Wenn etwa Kinder nicht ins Schullager können, weil der Familie die 200 Franken dafür fehlen.

Die Zahl der Gesuche nimmt nicht ab

Dabei tritt die Hülfsgesellschaft selbst nicht in den Vordergrund. Karitative Vereine, Organisationen oder Ämter treten an sie heran und beantragen Gelder. Die Geselllschaft zahlt es ihnen dann aus. «Es geht um Menschen, die zum Beispiel ein Busbillett brauchen, sich das aber nicht leisten können. Das gibt es leider auch in einem reichen Land wie der Schweiz», so Krebser nachdenklich.

Er ist überzeugt, dass es die Hülfsgesellschaft auch heute noch braucht – mehr denn je sogar. Die Zahl der Gesuche geht nämlich nicht zurück: «Die Schere zwischen wohlhabenden und armen Menschen klafft immer weiter auseinander», sagt Krebser. «Karitative Organisationen und wir werden in Zukunft erst recht gefordert sein.»